84.000 Liter weniger Taubenkot dank Taubenschlag-Projekt in Moers

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Was wir bereits wissen
Gerade weil man nichts sieht, ist das Taubenschlag-Projekt in Moers erfolgreich. Der Bürgermeister will mehr von den Taubenschlägen in der Stadt.

Moers.. Dass Stadttauben eine Plage sind, davon können Hausbesitzer ein trauriges Lied singen. In der Vergangenheit mussten Unterführungen an der Homberger und der Essenberger Straße mit Netzen abgesichert werden, um der enormen Mengen Taubendreck Herr zu werden, der sich dort auf den Bürgersteigen sammelte. Das Stadttaubenprojekt der gemeinnützigen GmbH „Fachwerk Kreis Wesel“ setzt hingegen auf die Vermeidung solcher Verschmutzungen und versucht, die Population im Griff zu halten.

Tiere Im Taubenschlag am Bollwerk hinter dem Bahnhof leben rund 500 Tiere, unter anderem auch Rasse- und Brieftauben, die in Moers aufgefunden wurden und nun im Taubenhaus versorgt werden. Während ein Schwarm Tauben über das Dach streicht, erläutert Anleiter Martin Oswald den augenfälligen Effekt: „Taubenkot gibt’s hier nicht.“ In der Tat ist es rund ums Bollwerk sauber – die Tauben hinterlassen ihren Kot im Schlag, nicht auf der Straße.

500 Liter Kot im Monat

500 Liter Kot und Futterreste produzieren die Tiere im Monat, gesammelt und entsorgt von den Frauen und Männern, die dort im Rahmen einer gemeinnützigen zusätzlichen Arbeit, im Volksmund Ein-Euro-Job genannt, tätig sind. Die Arbeit, die sie leisten, ist nicht die angenehmste, aber äußerst erfolgreich: Rund 1400 Eier entnahmen sie im letzten Jahr den Nestern im Taubenschlag. Wären diese Eier ausgebrütet worden, so hätte sich der Bestand im laufenden Jahr um bis zu 7000 Tiere erhöht. Was gleichbedeutend wäre mit 84 000 Litern Taubendreck, der auf Häusern und Straßen gelandet wäre.

Bürgermeister Christoph Fleischhauer erklomm gestern den Taubenschlag, um sich selbst ein Bild von der Arbeit des Stadttaubenprojekts zu machen. „250 Tauben gibt’s am Kö“, überlegte er, „gibt es die Möglichkeit, dort einen Taubenschlag zu bauen? Wir müssen überlegen, ob sich das vielleicht realisieren lässt.“

Der Erfolg des Projekts ist unbestritten, auch wenn man im Stadtbild nichts sieht. Aber gerade das ist ja der Sinn.