29 Nachbarn zeigten spontan Interesse an einer Mitarbeit

Neukirchen-Vluyn..  Der Infoabend zur Unterbringung von Flüchtlingen im CJD-Heim war gut. Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch im Klingerhuf etliche Anliegen der Nachbarn aufnehmen können, um sie bei den weiteren Schritten zu berücksichtigen. So baten die Anwohner unter anderem darum, dass man die Fenster am Gebäude so herrichten möge, dass deren Bewohner nachher nicht „auf dem Präsentierteller“ sitzen.

Zudem sprachen die Nachbarn die Weitläufigkeit des Geländes an, schlugen vor, dass die Polizei zum Schutze aller den Standort mit in die nächtlichen Streifenfahrten aufnehmen könnte. Man fragte nach Ansprechpartnern. Einige der Nachbarn beschlichen Zweifel, ob der Hausmeister es leisten könne, sich um alle Standorte vernünftig zu kümmern, in denen die Stadt Flüchtlinge untergebracht hat. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Hausmeister sieben Gebäude im Griff haben kann“, sagte eine Anwohnerin, die selbst in der Flüchtlingshilfe aktiv ist.

Eine Hausmeisterstelle für künftig vier Standorte sei auskömmlich, befand dagegen der Erste Beigeordnete Jörg Geulmann. Er hatte eingangs des Treffens die aktuelle Situation dargestellt. Demnach hat die Stadt 155 Flüchtlinge aufgenommen. Bis Jahresende rechnet man mit bis zu 210 Personen. Jörg Geulmann: „Wir arbeiten an einem Standortkonzept.“ Über die Frage, welche Auslastung das CJD-Gebäude tatsächlich verträgt (wir berichteten), wird sicher noch zu sprechen sein. Insgesamt überwog an dem Abend mit zwei kleinen Ausnahmen, in denen der Unterton ein wenig rauer ausgefallen war, eine freundliche Stimmung, die sicher im Sinne einer so oft genannten „Willkommenskultur“ zu werten ist.

Der Treff 55 hatte eine Liste verteilt, in die sich Interessierte eintragen konnten, die sich ehrenamtlich für die neuen Nachbarn engagieren wollten. 29 Menschen haben spontan ihr Interesse bekundet. „Das ist sehr viel“, befanden Martina Schönfeld vom Sozialamt und Anneke van der Veen vom Treff 55 am Tag danach. „Kommen Sie den Menschen entgegen, dann werden diese Ihnen auch entgegenkommen“, hatte van der Veen am Mittwoch geworben.

Wie Jörg Geulmann ausführte, soll auch das Gebäude am Hugengraben saniert werden. Dazu muss aber zunächst das CJD-Haus zur temporären Unterbringung nutzbar sein.

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