22 ganz eigene Bildsprachen

22 Künstlerinnen zeigen im Peschkenhaus ihre Arbeiten. Foto. Gisela Weißkopf / WAZFotoPool
22 Künstlerinnen zeigen im Peschkenhaus ihre Arbeiten. Foto. Gisela Weißkopf / WAZFotoPool
Foto: Gisela Weißkopf /WAZFotoPool

Moers.. Wenn 22 Künstlerinnen eine Ausstellung bestücken, dann ist eines garantiert: Langeweile kommt nicht auf.

Das Peschkenhaus zeigt ab heute anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des FrauenKunstforums Südwestfalen die Schau „Reihenweise“. Während sich die Künstlerinnen üblicherweise gemeinsam einem Thema nähern und in Projekten arbeiten, können sie in Moers zeigen, was sie außerhalb dieser gemeinsamen Arbeit machen. So entstand eine Ausstellung von außerordentlicher Spannung und Kraft, in der jede der Akteurinnen ihre ganz eigene Bildsprache entfaltet.

Arbeitet etwa eine Stefanie Bornemann eher minimalistisch abstrakt, langt eine Carola Lischke in den Farbtopf und entführt uns im Geiste auf einen französischen Markt, so dass wir den Lavendel förmlich riechen können. Während sie uns den Sommer herbeimalt, bereitet Gretel Schmidt-Buse in grauen „Winterwelten“ uns auf die kommende Jahreszeit vor.

Jette Flügge dagegen macht „böse“ Kunst. Sie nennt ihre mit Bleistift gezeichnete Reihe „Mädchen“, ordnet Muster und Ornamente in einen dekorativen Reigen. Nur wer genauer hinschaut, der sieht zwischen den tanzenden Kindern Knarren und Handgranaten.

Zwei der Künstlerinnen erklären ihre Liebe zum Buch auf unterschiedliche Weise: Karin Jessen gestaltet alte Schinken wie „Das Geheimnis der alten Mamsell“ mit bunten Siebdrucken auf vielen Seiten neu. Das mag – im Falle der Mamsell – sogar literarisch einen Gewinn ausmachen. Ulla Brockfeld stellt „Verbindungsstücke“ her: Das Buch ist für sie Welt, Zuhause, Kindheit, geistiges Futter.

Wer meint, blau ist blau, der sollte Margarete Eppendorfs „Farbe des Wassers“ betrachten. In 75 Gefrierbeuteln hat sie unterschiedlichste Farbnuancen mit Tinte gemischt und aufgehängt. Lichteinfall lässt es wie kostbares Glas glitzern.

Nichts Glitzerndes haben die Arbeiten von Anja Lorenz. Sie kommt aus Essen und zeigt „Z wie Zeche“. Eine Reihe über den Förderturm von Zollverein auf grobem Rohleinen. Kunst als sanftes Ruhekissen bietet Marlies Backhaus an. Sie bearbeitet Fotografien von schlafenden Kindern und legt ihnen richtige Kissen unter die Köpfe.

Der Zuschauer kann sich die grobstrichigen, farbintensiven Landschaften einer Mathilde Jaeger ebenso anschauen wie die zarten Pinsel- und Federzeichnungen einer Christiane Heller, ganz abstrakte, geometrische Arbeiten wie Stelen und Installationen, Rost und altes Holz genauso wie auf Hochglanz gefirnisstes Acryl. Vielseitiger kann eine Schau nicht sein.

Bis 16. November. Eröffnung heute, 18 Uhr.

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