150 Jahre Sparkasse Kamp-Lintfort

Die Sparkasse feiert in ihrer Filiale mit einem Geburtstagsempfang ihr 150 jähriges Bestehen vor Ort. Im Foyer gibt es aus diesem Anlaß u.a. eine Ausstellung zum Thema Bergbau. Hier im Bild: Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg Dr. Joachim Bonn.
Die Sparkasse feiert in ihrer Filiale mit einem Geburtstagsempfang ihr 150 jähriges Bestehen vor Ort. Im Foyer gibt es aus diesem Anlaß u.a. eine Ausstellung zum Thema Bergbau. Hier im Bild: Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg Dr. Joachim Bonn.
Foto: Funke Foto Services

Kamp-Lintfort..  Dr. Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg, zu der seit 2003 die Sparkasse Kamp-Lintfort gehört, ließ gestern vor dem geistigen Auge der Zuschauer ein lebendiges Bild entstehen: „Stellen Sie sich vor, sie betreten ein Geschäft in einem alten Backsteinhaus in der Nähe des Klosters. Eine schwere dunkle Ladentheke teilt den Raum in zwei Hälften, oberhalb des Tresens befindet sich ein geschwungenes Metallgitter.“ So war das am 21. Mai 1865, als die Bürgermeistereisparkasse Camp eröffnet wurde – 150 Jahre später feiert die Sparkasse Kamp-Lintfort dieses Datum.

Joachim Bonn verwies darauf, dass noch 1854 die Gründung ei­ner Sparkasse abgelehnt wurde: „Keine Fabrikarbeiter, Tagelöhner verdienen zu wenig.“ Und so war der Aufschwung der Sparkasse wie der der ganzen Stadt auf das Engste mit der Zeche Friedrich-Heinrich verbunden – mit ihr zogen ab 1912 die Geschäfte an. Joachim Bonn quittierte das mit einem kleinen Wortspiel: „Die Kohle musste in die Stadt.“

Von der Lohntüte zum Girokonto

Die Bergmänner erhielten – wie Manfred Stratenhoff, Vorsitzender des Fördervereins für Bergmannstradition – kundig ausführte, bis ins Jahr 1965 drei Mal im Monat ihre Lohntüte. Dann aber kam der bargeldlose Zahlungsverkehr.

Vorbei waren die Zeiten, in denen das Geld in einer Holzkiste in die Lohnhalle getragen wurde; nun brauchte jeder Bergmann ein eigenes Konto. Heute aus Datenschutzgründen undenkbar, machte man es einfach: Die Zeche übermittelte alles an die Sparkasse, die Kumpel mussten nur noch unterschreiben. Und so platzte die Sparkasse Kamp-Lintfort pünktlich zum 100-jährigen Bestehen aus allen Nähten, denn Friedrich-Heinrich beschäftigte rund 8000 Mann.

Heute, im Jahr 2015, werden etwa 20 000 Girokonten geführt; Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt lobte die Sparkasse als Garanten der öffentlichen Daseinsvorsorge. Zudem seien nach der Fusion mit der Sparkasse Duisburg knapp zehn Millionen Euro in die Stadt geflossen – traditionell fördert die Sparkasse die Vereine, den Sport und die Kultur.