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Zwischen Wegehobel und Steigeisen

06.06.2008 | 18:47 Uhr
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Werpe. Andre Kotthoff aus Mielinghausen hat durch die Orkane Kyrill und Emma rund 20 Hektar Hochwald verloren. Zusammen mit Weihnachtsbaumzüchter Wilhelm Becker-Gödde hat er sich auf der KWF-Tagung umgesehen.

Heimwerker-Format bei den Forstmaschinen: Wilhelm Becker-Gödde ist erstaunt über die Tragkraft des kleinen Rückezuges. (WR-Bilder [5]: A. Beer)

Den Hochwald will Kotthoff nicht wieder anpflanzen. Sein Kerngeschäft sind Schweine- und Putenmast und eine Biogasanlage, mit der er künftig aus Wärme auch Strom erzeugen will. "Hochwald", meint er, "passt da gar nicht rein." Die leergefegte Waldfläche will er zur Hälfte in Acker umwandeln, auf der anderen Hälfte will er künftig Weihnachtsbäume züchten, denn "die Maschinenauslastung ist damit viel besser".

Maschinen gibt es auf der Forstmaschinen- und Neuheitenschau der KWF-Tagung in Werpe für jeden Zweck, in jeder Größe und fast jeder Preisklasse. Neben den großen Holzerntemaschinen und Rückezügen, die den Windwürfen europaweit hinterher fahren müssen, um wirtschaftlich zu sein, gibt es auch eine große Auswahl an Geräten, mit der die Holzverarbeitung mobil wird.

"Hier gibt es so viel zu sehen..."

Um Bäume in Bretter zu verwandeln, muss man sie nicht mehr unbedingt in ein Sägewerk schaffen. Horizontalsägen kann man mittlerweile mitten in den Wald stellen. Sie sind nicht ganz so schnell wie ein Sägewerk, aber dafür entfällt auch der Transport der Stämme.

Weihnachtsbäume und Forstwirtschaft sind das Kerngeschäft von Wilhelm Becker-Gödde aus Heringhausen. Auf der Forstmesse will er sich nicht nur nach Neuheiten umsehen, sondern auch einen passenden Mulcher für seinen Betrieb finden. Mit einer Zahnwalze geht diese Maschine über den Boden und zerkleinert herumliegende Äste und Baumstümpfe. Übrig bleibt eine fein geharkte Anbaufläche.

Auch diese Geräte gibt es in jeder Größe. Je größer, desto leistungsfähiger sind sie und desto mehr müssen sie arbeiten, um die Investitionskosten wieder rein zu holen. Eine Maschine lässt sich Becker-Gödde vorführen. "Damit die wirtschaftlich ist", sagt er, "muss sie einen Hektar am Tag an 200 Tagen im Jahr bearbeiten." Ist der eigene Betrieb zu klein, kann man sie sich vielleicht mit mehreren teilen.

Genau so wie den Wegehobel, den Becker-Gödde noch für die Forstbetriebsgemeinschaft Bestwig sucht. Große Sturmschäden ziehen den Einsatz großer Maschinen nach sich und die haben überall große Schäden an den Wegen hinterlassen. Wegehobel, die aus einer tief zerfurchten Schlammpiste wieder eine glatte Bahn machen gibt es auch in jeder Größe. Auf der Messe sind sie ab 8 000 Euro zu haben. Kein Preis, bei dem man mal eben zuschlägt.

Deutlich billiger ist die Einsteiger-Kletterausrüstung für die Ernte von Schnittgrün weit oben an der Nobilistanne: Rund 800 Euro will das Kletter-Fachgeschäft dafür haben. Auch kein Preis, bei dem kühle Rechner gleich die Geldbörse zücken.

Zum Einkaufen sind Kotthoff und Becker-Gödde ohnehin nicht hier. Sehen, was es Neues gibt und Kollegen treffen - dafür sind Messen gut. "Hier gibt es so viel zu sehen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll", sagt Kotthoff nach dem achtstündigen Rundgang, "ich glaube, es ist wichtiger, Leute zu kennen, die man zu einzelnen Fragen ansprechen kann." Wie gut, dass es noch die Landmaschinenhändler in der Nähe gibt.

Von Andreas Beer

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Zwischen Wegehobel und Steigeisen
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2008-06-06 18:47
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