Zum Toben in den Schülerwald

Eversberg..  Das hat man dann davon, wenn man gefällt wird. Hannes ist gerade eine Buche. Er nimmt den anderen Bäumen zu viel Licht und Platz, Försterin Janine Kohnen-Kamp sortiert ihn aus. Jetzt liegt er da wie gefällte Bäume eben liegen. Das nutzt Schulhund Caillou gnadenlos aus und schlabbert dem kichernden Grundschüler ausführlich das Gesicht ab. Samstag war Tag des Waldes – aber keine Schule. Also holt die vierte Klasse der Grundschule Eversberg den Unterricht im Wald nach.

Es geht um das Thema „Vom Baumkeimling zum fertigen Holzprodukt“. Mit Feuereifer zählen zwei Jungs die Jahresringe eines mächtigen Baumstamms. Wenn das mal auch so in Mathe wäre...

Strenge Kriterien zum Fällen

Wie benimmt man sich im Wald? Finger schnellen hoch. „Keinen Müll wegwerfen, wegen den Tieren“, sagt ein Junge; „leise sein“, ergänzt ein Mädchen mit Sommersprossen. Das schaffen sie heute nicht, aber sie sind ja auch im Schülerwald. Da darf man ausnahmsweise ein bisschen toben.

Können wir guten Gewissens Dinge aus Holz herstellen? Immerhin machen Wälder die Luft, wie ein Junge richtig feststellt. „Können wir“, sagt Waldpädagogin Ortrud Ortmann. Denn die Förster achten darauf, dass Bäume sich nicht beim Wachsen behindern und wählen nur einzelne Stämme nach bestimmten Kriterien zum Fällen aus. Als Hannes und ein paar andere gefällt sind, ist wieder Platz zum Wachsen. Paul zum Beispiel. Der ist so groß und kräftig – ihn jetzt schon abzuholzen wäre Verschwendung.

Dann sollen die Kinder Bäume aussuchen und mit bunten Bändern markieren. Mit dem Blick nach oben stolpern sie durch den Schülerwald und Caillou knuspert ein paar Äste. Hinterher haben natürlich alle Kinder ein Band um den Arm. Auch Lehrerin Nicole Wolf. „Minderwertiges Brennholz“, sagt ein Junge mit frechem Grinsen. Frau Wolf muss lachen.

Die Zitronenpresse-Klobürste

Auf dem Pirschweg sind lauter Gegenstände aus Holz versteckt. Ein Flaschenöffner, eine Pfeife, Löffel, eine Puppe die eigentlich ein Pfannenwender ist, eine Zitronenpresse, die für eine Klobürste und einen Pilz gehalten wird, aber nie für eine Zitronenpresse. Aus welchem Holz sind sie? Jannik zieht die Nase kraus und sortiert. Woran erkannt? „An der rötlichen Färbung.“ „Und da sind so Linien drauf“, sagt Henry und knabbert an seinem Reißverschluss.

Was wäre ohne Bäume? Wir könnten nicht atmen und Obst gäb’s auch nicht. Also: Den Wald gut behandeln. Im Sommer kommt die Klasse zum Aufräumen wieder.