Zukunftserwartungen junger Europäer

Meschede..  Das Städtische Gymnasium hatte französische Gäste aus zwei Schulen seiner Partnerstadt Le Puy zu Gast: Mit ihren Lehrerinnen wollten sie mit ihren deutschen Partnern der Stufen 8 bis 10 Zukunftserwartungen und -chancen junger Europäer erkunden und miteinander vergleichen.

Dazu wurden Fragebögen entwickelt, Umfragen in der eigenen Schule und den Realschulen gestartet, die Fachhochschule besichtigt, wo auch Studenten zu ihren privaten und beruflichen Vorstellungen sowie Auslandserfahrungen interviewt wurden. Eine interessante vergleichende Berufsrecherche im BIZ des Arbeitsamts sowie der Besuch von diversen Jugendzentren, die Mescheder Kindern und Jugendlichen anregende Nachmittagsprogramme anbieten, ergänzten das Exkursionsprogramm. Die Gäste staunten, da es ähnliches in unserer Partnerstadt nicht gibt: Der Nachmittagsunterricht bis 17 mit anschließenden Hausaufgaben lässt den französischen Jugendlichen gar keine Zeit dafür.

Ergebnisse kreativ bearbeitet

In bilingualen Ateliers wurden die Ergebnisse dann ausgewertet und kreativ bearbeitet: Die Jugendlichen simulierten und filmten Bewerbungsgespräche, texteten französische und deutsche Hits zum Thema um und kreierten eigene Gedichte zu ihren Traumberufen und privaten Zukunftsvorstellungen.

Besonders schön war es aus Sicht der Organisatoren in diesem Jahr, dass die deutschen und französischen Teilnehmer am Vorabend des 1. Mai den beleuchteten Hennepark genießen konnten und am 1. Mai selbst eine gemeinsame Wanderung im Kreis von Gasteltern, -geschwistern, Lehrern und Freunden unternahmen: „Die Wanderung mit Picknick und anschließender Einkehr in einer 450 Jahre alten Wassermühle war eine tolle Erfahrung“, waren sich alle einig.

In Le Puy wird der Tag nämlich ganz anders begangen: mit einem organisierten 15-Kilometer-Lauf am Morgen durch die Stadt und privaten Besuchen am Nachmittag, zu denen man immer einen Strauß Maiglöckchen mitbringt.

So gewannen die jungen Gäste in Meschede Einblicke in Kultur und Tradition außerhalb von Schule. Kein Wunder, dass am Abend der Verabschiedung auf beiden Seiten viele Tränen flossen. In der Hoffnung auf ein Wiedersehen in Le Puy im Frühjahr 2016 hieß es dann: „Bonne route et à très bientôt!“