Zahl der Raubüberfalle steigt auf vier

Meschede..  Nach drei Raubüberfällen am Sonntagabend in Meschede hat die Polizei noch keine konkrete Spur. Dafür ist inzwischen ein vierter Fall dazugekommen.

Vor einem Haus am Walkenmühlenweg – und damit in der Nähe der anderen Tatorte – hatte sich am Sonntag gegen 19.30 Uhr ein weiterer Vorfall ereignet. Als dort eine Frau den Schlüssel in das Schloss ihrer Haustür stecken wollte, kam plötzlich eine Person angerannt. Der Jugendliche griff nach dem Ledermäppchen, an dem sich der Haustürschlüssel befand, und lief weiter. Da die 57-jährige Frau den Schlüssel aber nicht losließ, riss das Verbindungsband. Der Täter rannte mit dem fast leeren Mäppchen in Begleitung von zwei weiteren Jugendlichen davon. Das Trio flüchtete über die kleine Brücke, die über die Gebke führt, zur Warsteiner Straße. In dem Ledermäppchen erbeute der Täter lediglich etwas Bargeld. Eine Beschreibung der Verdächtigen liegt der Polizei bislang nicht vor.

Polizei: Täter sind „sehr dreist“

Die Ermittler gehen davon aus, dass diese Tat und die Überfälle am Bahnhof und an der Hünenburgstraße zusammenhängen. „Ob es sich auch bei dem Raub auf die Tankstelle an der Warsteiner Straße um dieselben Täter handelt, ist noch ungeklärt und wird von uns untersucht“, sagte Polizei-Pressesprecher Ludger Rath. Er hält das Vorgehen der Gesuchten für „sehr dreist“: Sie hätten bereits nach dem ersten Überfall damit rechnen müssen, dass die Polizei alarmiert wird und diese die Fahndung einleitet. Tatsächlich wurden die Beamten aber erst später informiert.

Rath hält es für unwahrscheinlich, dass es sich bei den Tätern um Anfänger handelt. „Einem Raub geht normalerweise eine kriminelle Karriere voraus“, sagte er. „In der Regel sind solche Täter der Polizei mindestens schon einmal aufgefallen.“