„Wunderbare Gastspiele“

Meschede..  Unter Deutschlands Kinderliedermachern ist er einer der bekanntesten: Detlev Jöcker - Sänger, Komponist, Musikproduzent. Ein Künstler, der sich darüber hinaus für soziale, gesellschaftliche Projekte stark macht. Am Sonntag, 31. Mai, kommt er nach Meschede, ist prominenter Talk- Gast bei der Babymesse im St.-Walburga-Krankenhaus und präsentiert ab 16 Uhr in der Klinik-Kapelle ausgewählte Titel. Im Vorfeld hatten wir Gelegenheit zum Interview.

Wie kam der Besuch in Meschede zustande?

Detlev Jöcker: Nach dem Oster-Urlaub entdeckte ich auf meinem Schreibtisch die Anfrage der Initiatoren, ob ich an der Babymesse in irgendeiner Weise mitwirken möchte. Anfangs – zugegeben – war ich über die Einladung ein wenig erstaunt. Doch je intensiver ich mich mit dem Vorschlag befasste, desto mehr Gefallen fand ich daran. Greift doch das von der Klinik initiierte Format genau jene Themenstellungen auf, die mich als Liedermacher inhaltlich momentan selbst beschäftigen: Schwangerschaft, Geburt, Eltern-Sein – Themen, bei denen es mich reizt, während der Veranstaltung den direkten Austausch mit jungen Paaren zu suchen und deren Ansichten zu erfahren. Insofern passen das Rahmenprogramm und der Charakter der Ausstellung bestens zusammen.

Zum Hintergrund: Sie brachten unlängst unter dem Titel „Wir sind schwanger“ eine neue CD mitsamt Liederbuch heraus, die sich bewusst an werdende Mütter und Väter richtet...

...deshalb freue ich mich auf authentische Begegnungen vor Ort - mit neuen Eindrücken und wertvollen Anregungen durch Besucherinnen und Besucher der Schau.

Gab es einen konkreten Anlass für das Album?

Da sind zwei Aspekte zu nennen. In meinem Familienumfeld erlebte ich durch die Ankunft des kleinen Moritz Valentin die komplette Geschichte einer Schwangerschaft hautnah mit – emotionale Momente, die mir zahlreiche Inspirationen bescherten. Außerdem verfolgte ich in den Medien die Berichterstattung über die Konsequenzen von steigenden Haftpflichtprämien für Hebammen. Es geht darum, unseren Kindern auch künftig einen würdevollen, behüteten Übergang ins Leben zu ermöglichen. Als vierfacher Vater hege ich für die Tätigkeit der Hebammen hohen Respekt. So entstand der Gedanke, Lieder zu schreiben, die werdende Eltern durch diese emotional aufregende Phase geleiten und zudem den wichtigen Part der Hebammen betonen.

Wie empfanden Sie die Arbeit an dem Thema?

Als spannend, als hochinteressant. Ich habe dazu viel recherchiert, viel gelesen. Habe etliche Gespräche mit unmittelbar Beteiligten geführt, sämtliche Textaussagen auf fachliche Richtigkeit überprüfen lassen. Übrigens: In dem Zusammenhang ergab es sich zwangsläufig, dass ich über meine eigene Rolle als Vater nachdachte. Rückblickend würde ich heute einiges anders angehen.

Was beispielsweise – mögen Sie es uns verraten?

Ich gestehe es gerne ein: Seinerzeit habe ich den Schwangerschaftskurs für Väter nicht richtig ernst genommen. Inzwischen würde ich das tun - allein schon deswegen, um meiner Partnerin ein noch besseres Wir-Gefühl zu vermitteln. Außerdem sind jene fundierten Tipps und Hinweise, die bei solchen Abenden gegeben werden, sehr hilfreich. Die Verantwortlichen aus dem St.-Walburga-Krankenhaus werden mir da beipflichten.

Sie sind in der Vergangenheit des öfteren in Meschede aufgetreten. Reisen Sie am kommenden Sonntag mit netten Erinnerungen hierher?

Oh ja. Ich habe mich in Ihrer Stadt immer wohl gefühlt, denke da an wunderbare Gastspiele in der Stadthalle in Meschede. Es waren Konzerte mit grandioser Stimmung. Sie sind für mich ein bereicherndes Erlebnis: Das Gefühl, die Zuhörer begeistert zu haben, wirkt lange nach - ist Auftrag und Ansporn zugleich.