Wunden für den Mescheder Bürgermeister

Nach getaner Arbeit: Alle Helfer von Feuerwehr und DRK, ihrer Jugendabteilungen sowie Unterstützer. Drei Stunden lang dauerte die Übung – am längsten war das Schminken der vier Opfer-Darsteller.
Nach getaner Arbeit: Alle Helfer von Feuerwehr und DRK, ihrer Jugendabteilungen sowie Unterstützer. Drei Stunden lang dauerte die Übung – am längsten war das Schminken der vier Opfer-Darsteller.
Foto: Kortmann
Was wir bereits wissen
Seit sieben Jahren gibt es die Gruppe „ND“ im Mescheder DRK. „ND“ steht für „Notfalldarstellung“. Etwa 20 junge Leute machen dabei mit. Bei einer Übung von Feuerwehr und Rotem Kreuz schminkten sie die „Opfer“.

Meschede.. Was für eine ungewöhnliche Einladung: Einmal Opfer zu sein. Bei der Übung von Jugendrotkreuz und Jugendfeuerwehr soll es realistisch zugehen. Diesmal sollen die Schauspieler nicht aus den eigenen Reihen kommen – stattdessen sind Bürgermeister Uli Hess, Sparkassenvorstand Ulrich Achinger, Geschäftsmann Peter Bernert und der Schreiber dieser Zeilen dafür ausgewählt worden.

Schminken und schauspielern

Seit sieben Jahren gibt es die Gruppe „ND“ im Mescheder DRK. „ND“ steht für „Notfalldarstellung“. Etwa 20 junge Leute machen dabei mit. „Ein Hobby“, meint Leiter Dominik Bunse, zugegeben: „Ein ungewöhnliches Hobby.“ Die 20 eint ihr Bestreben: „Es ist einfacher für die Helfer, realistisch die Behandlung von Verletzungen zu üben.“ Sie schminken andere, lassen sich selbst schminken, schauspielern – und machen das inzwischen so professionell, das auch andere Hilfsorganisationen sie als „Opfer“ anfordern. Sie unterstützen bei der Ersten-Hilfe-Ausbildung, wirken mit bei der Ausbildung der leitenden Notärzte. Gearbeitet wird mit Filmblut, mit Puder, Schminke, Knete. Schürfwunden, Schnittwunden, Rauchgasvergiftungen – das wird am meisten geprobt.

Geübt wird diesmal die Zusammenarbeit zwischen Jugend-DRK und Jugendfeuerwehr. Alle vier „Opfer“ werden aus Autos befreit. Arg erwischen wird es in dieser Übung insbesondere Bürgermeister Uli Hess: Ihm modelliert Bunse Brandwunden im Gesicht und an den Händen – nachher macht Hess einen furchterregenden Eindruck. Ulrich Achinger bekommt Gesichtswunden, Peter Bernert wird als Schock-Opfer bleich geschminkt, der Schreiber erhält zusätzlich zum Schock (samt blau geschminkten Ohrläppchen) noch einen Glassplitter als Fremdkörper auf die Handwunde geknetet. Der Kitt ähnelt ein wenig Leberwurst.

Die Helfer in der ND-Gruppe eint auch ihr Ehrgeiz, möglichst perfekt zu sein: Auf kleinen Karteikarten ist sogar nachzulesen, wie sich ein „Opfer“ bis ins Detail realistisch verhalten sollte – wer zum Beispiel einen Bewusstlosen mimt, der soll nicht aufrecht sitzen, schließlich rutscht dem im echten Fall auch der Kopf zur Seite.

Verletzungen bis ins Detail

„Es gibt keine vorgeschriebenen Regeln“, sagt Helferin Samira Sommer: „Durch Ausprobieren kommen wir zu neuen Methoden.“ Um Verbrennungen zu simulieren, hat sie zum Beispiel eine Konstruktion aus Taschentüchern erfunden, die wie eine zweite Haut wirken. Kreidestücke simulieren gesplitterte Knochen. ND-Helferin Anna Schmitt sagt: „Wir wollen motivierte Mitglieder im DRK haben. Das schaffen wir durch eine realitätsnahe Ausbildung.“ Und das gelingt, meinen vier ihrer „Opfer“.