Wo bleibt das soziale Gewissen der SPD?

Windkraft..  Am Freitag, 13. Februar, hat Herr Dr. Matthias Kotthoff von der SPD im Esloher Rat hier an dieser Stelle den Schmallenberger Verein für Umwelt- und Naturschutz, der sich tapfer der Verspargelung unserer Heimat zugunsten von wenig Wohlhabenden entgegen stellt, angegriffen und ihm egoistische Motive und Ignoranz gegenüber der Klimaproblematik vorgehalten.


Dr. Kotthoff zeichnet ein Bild von global verantwortlichen Politikern, die sich um das Klimaproblem kümmern - während die Gegner der Windkraft angeblich nur Egoisten, Polemiker und Ignoranten sind.


Lieber Herr Dr. Kotthoff, ich finde, diese Sichtweise ungerecht, denn sie ist ein wenig zu einfach. Staatlich geförderte Windkraft soll zwei Probleme lösen: erstens das Klima irgendwie kühlen und zweitens irgendwie eine Stromversorgung aufbauen. Schauen wir uns die beiden Ziele einmal näher an.
Dr. Kotthoff, Sie erwecken den Eindruck, mit Hilfe von Windrädern könnte die Klimaentwicklung beeinflusst werden. Das ist ganz sicher falsch. Der Ausstoß von CO2 durch Kraftwerke ist in der EU durch eine Höchstmengenbeschränkung und die Ausgabe von Verbrauchserlaubnissen (CO2-Zertifikaten) geregelt. Mit anderen Worten: Selbst wenn hier im Sauerland eine Tonne CO2 eingespart wird, so wird das zugehörige Zertifikat umgehend über den Zertifikatehandel von anderen Betreibern von Kraftwerken oder Industrieanlagen gekauft und eingesetzt.


Der zweite Teil betrifft die vermeintliche Stromversorgung, die sich aus Windrädern ergeben soll. Wie jedes Kind in der Grundschule erkennen kann, sind Windräder bei Windstille nutzlos. Eine Stromversorgung ist aus Sicht der Kunden nur dann eine solche, wenn sie zu allen Zeiten Strom liefert und nicht nur bei Wind. Hier sind Sie, lieber Herr Dr. Kotthoff, sogar problembewusst und geben öffentlich zu, keine Lösung zur Zwischenspeicherung der Energie bieten zu können. Ich bin beeindruckt von Ihren hellseherischen Fähigkeiten, wenn Sie die Prognose wagen, dass in 20 bis 30 Jahren solche Superbatterien erfunden werden. Wo kann man die Aktien dieser Hersteller erwerben?


Lieber Herr Dr. Kotthoff, ich verstehe die SPD nicht. Warum treiben Sie heute mit staatlichem Zwang gegen die Bevölkerung eine Technologie voran, die keinen Nutzen (weder Klimaschutz noch Stromversorgung) bietet, und trotzdem einen Riesenschaden für Landschaft, seltene Arten, Touristen und die lärmempfindlichen, sensiblen Menschen im Sauerland mit sich bringt? Sollte man nicht erst einmal die Superbatterie haben? Was tun Sie dafür? Sollte man das viele Geld nicht direkt zum Kauf von CO2-Zertifikaten verwenden und diese einfach behalten und wegschließen?
Ein letzter Punkt: Wo bleibt das soziale Gewissen der SPD? Jährlich werden 25 Milliarden Euro zwangsweise bei den Stromverbrauchern für die Energiewende einkassiert. Diese Belastung der einfachen Leute ohne Ansehen der Leistungsfähigkeit und der individuellen Situation des Abgabenpflichtigen ist unsozial und skandalös. Das Geld wird vom Staat bei Kindern und Rentnern eingesammelt und den Grundbesitzern und Investoren überreicht.
Dr. Jobst H. Köhne, FDP im Mescheder Rat