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Wo auch Pferde beim Heilen helfen

30.05.2008 | 19:08 Uhr

Bockum. Das Spielzimmer in der Offenen Ganztagsschule haben sie mit eigenen Mitteln gestaltet, den Snoezel-Raum auch. Birgit Kraft und Annette Büenfeld betreuen viele Kinder, die mehr Aufmerksamkeit brauchen. ...

Hippotherapie wird auch zum Angebot gehören. Birgit Stark lässt ihre Pferde ausbilden. (WR-Bilder: Andreas Beer)

... Viele brauchen soviel Zuwendung, dass Profis ran müssen. "Jede Klasse hat mindestens zwei Kinder, die auffällig sind", sagen Birgit Kraft und Annette Büenfeld. Die beiden Heilpädagoginnen arbeiten als Betreuerinnen an der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Mariengrundschule. Ihre Einschätzung gilt aber nicht nur für ihren derzeitigen Arbeitsplatz.

"Auffällig" heißt: Die Kinder sind zappelig oder lethargisch, können sich nicht konzentrieren oder sie haben Angstzustände. Sie bringen Eltern zur Verzweiflung, Lehrer an den Rand ihrer Möglichkeiten und sind - in letzter Konsequenz - für die Gesellschaft nicht tragbar. Vor allen Dingen brauchen sie Hilfe.

Eröffnung für den Herbst geplant

Ob die Störung eine organische Ursache hat, auf mangelnde Erziehung oder eine Unverträglichkeit mit bestimmten Lebensmitteln oder etwas ganz anderes zurückzuführen ist, ist eigentlich gleichgültig. "Viele Eltern haben schon einen langen Leidensweg hinter sich, wenn sie uns ansprechen", sagt Kraft. "Eine vernünftige Diagnose ist schwer zu bekommen." Eine geeignete Therapie auch nicht. "Viele Kinder nehmen Ritalin."

Bei vielen Kindern wäre das nicht nötig, davon ist sie überzeugt. "Kinder brauchen eine ganzheitliche Verhaltenstherapie." Die zu finden, ist im ländlichen Raum nicht leicht und die wenigen Angebote sind überlaufen.

Kraft und Büenfeld wollen es Eltern und Kindern leichter machen. Ihre Idee: Ein Therapie- und Förderzentrum für Menschen mit gesundheitlichen Störungen an Körper, Geist und Seele - gleich, welchen Alters. Zusammen mit Ergotherapeuten, Logo- und Motopäden, Psychotherapeuten, Heilpraktikern und in enger Zusammenarbeit mit Ärzten wollen sie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen, die von einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung bedroht oder betroffen sind.

Einen Ort für ihr interdisziplinäres Gesundheitszentrum haben die beiden schon auf Gut Bockum gefunden. Dort muss renoviert und umgebaut werden - und Birgit Kraft nimmt viel Geld in die Hand, um ihre Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Auch ihre beiden Pferde setzt sie dafür ein und lässt sie für die Hippotherapie ausbilden.

"Der typische Therapie-Charakter soll hier wegfallen", sagt Kraft. Statt im Wartezimmer auf ihre Kinder zu warten, sollen Eltern die Zeit nutzen können, um sich selbst etwas Gutes zu tun: Massagen, Meditation, Beratung beim Heilpraktiker zum Beispiel. Eine Krabbelgruppe für Kleinkinder soll ebenso geben wie Hilfsangebote für Menschen mit Demenz, Parkinson und Burn-Out-Syndrom. Im Herbst soll das Zentrum eröffnen.

Für ihr Projekt suchen Kraft und Büenfeld noch weitere Fachleute. Und Hilfesuchende können sich ebenfalls jetzt schon melden. Mehr Informationen: bei Birgit Kraft, Tel: 02 91/48 08, E-Mail kraftbirgit@gmx.de, oder Annette Büenfeld, Tel: 0 29 37/23 71

Von Andreas Beer

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