Wissenschaft leicht gemacht

W ie schafft es ein Navigationsgerät eigentlich, den schnellsten Weg von Meschede zum Urlaubsort zu finden? Wo muss ein Glasfaserkabel gelegt werden, um alle Haushalte optimal mit schnellem Internet zu versorgen? Solchen Fragen stellt sich Dr. Jannik Matuschke jeden Tag.

Dabei klingt das Thema, das er unter anderem in Berlin, Santiago de Chile und Rom erforscht hat, sehr abstrakt. Der 30-jährige Mescheder, der nach seinem Abitur am Städtischen Gymnasium Mathematik an der Uni Dortmund und in Berlin studiert hat, hat sein Kerngebiet in der „kombinatorischen Optimierung“ gefunden. „Dabei geht es darum, Optimierungsprobleme durch mathematische Modelle zu beschrieben und dann Verfahren zu entwickeln, mit denen ein Computer die beste Lösung zu diesen Problemen finden kann“, erklärt Jannik Matuschke.

Preis für verständliche Wissenschaft

Mathematische Modelle, die Probleme lösen? Das klingt nach vielen Zahlen und Formeln. Ohne Vorwissen und als Laie hat man da gefühlt verloren. Doch bei Jannik Matuschke ist das anders. Denn er kann hervorragend erklären. „Das verständliche Vermitteln von Wissenschaft liegt mir sehr am Herzen. Ich glaube, es kommt vor allem darauf an, sich gut in die potenziellen Leser hineinzuversetzen, damit man so schreibt, dass es auch für Außenstehende verständlich ist“, sagt er.

Für diese Fähigkeit wurde er im vergangenen Jahr mit dem Klaus-Tschira-Preis für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet. Sein Beitrag zum Wettbewerb trägt den Namen „Mathematischer Modellbau“. Darin geht er darauf ein, wie man durch computergestützte Optimierungsverfahren logistische Probleme zum Beispiel im Güterverkehr lösen kann und durch eine optimierte Planung Geld spart. „Mein Doktorvater hat mich auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht und ich habe teilgenommen. Über den Preis freue ich mich sehr.“