„Wir sind leicht erreichbar“

Meschede..  20 junge Leute gehören zu den Stammbesuchern im Rockcafé an der Kolpingstraße, sie reisen aus dem gesamten HSK an. Einige haben schwierige Lebensgeschichten, sind Schulverweigerer oder schon mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. „Wir sind absichtlich leicht zu erreichen“, sagt Stefan Mecking. Seit einem Jahr leitet er das Jugendzentrum Rockcafé, gleichzeitig ist er Unterbezirkssekretär der Falken HSK. Dem 30-jährigen Sozialwissenschaftler ist es wichtig, dass das Angebot niederschwellig bleibt. „In den normalen Vereinen finden sich unsere Jugendlichen nicht wieder, sie würden sonst am Bahnhof rumhängen.“

Mehr Verbindlichkeit

Über kleine Projekte versuche er die jungen Männer und Frauen zu mehr Verbindlichkeit anzuhalten. „Schlittschuhlaufen, Kochen, Sportangebote, einen Graffiti-Workshop und das Streetball-Turnier“, nennt er da konkret. Neben der sinnvollen und angenehmen Freizeitgestaltung geht es ihm aber auch darum, den Jugendlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln. Regelmäßige Besucher sollen zu Jugendgruppenleitern ausgebildet werden.

Auch die Suche und Begleitung bei Praktika und Sozialstunden gehört zu Meckings Aufgaben: „Unter unseren Besuchern gibt es einen hohen Anteil an Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind“, berichtet Michael Hermes, er ist der Leiter des Falken-Unterbezirksvorstandes.

Um die Problematik besser verstehen zu können, besuchten Hermes und Mecking die Jugendarrestanstalt in Lünen. Sie machten sich außerdem auf die Suche nach Stellen, wo die Verurteilten Sozialstunden ableisten können. „Drei Jugendliche haben wir beschäftigt, zwei konnten wir vermitteln und so ihre Einweisung in den Jugendarrest abwenden.“

Ansonsten kümmert sich Mecking um die verbandsinterne Netzwerkarbeit. Das sei wichtig, gerade weil das Sauerland doch ein Stück vom Ruhrgebiet entfernt liege. Konkret profitieren die Falken von ihren Kontakten schon bei den kommenden Freizeiten, „Pfingsten und im Sommer fahren wir nach Berlin und übernachten in den Häusern von befreundeten Falkengruppen“, berichtet Mecking. „Das hält die Kosten so niedrig, dass alle die Chance haben mitzufahren.“

Auch Flüchtlinge sind im Rockcafé ausdrücklich willkommen. Der erste Besuch gestaltete sich aber als schwierig. „Während die jungen Männer aus Kurdistan und Syrien hier gleich den Kicker in Besitz genommen haben, schienen uns die Eritreer traumatisiert.“ Doch die Falken wollen dranbleiben. Michael Hermes hält den Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge: „Fünf Fahrräder haben wir mit Spenden und der Hilfe eines Zweiradmechanikers fertig gemacht.“