Wir glauben und beten gemeinsam

Beten kann ich sonntags auch zu Hause.“ Eine häufige Antwort auf die Frage, ob jemand mit zum Sonntagsgottesdienst kommt. Gewiss beten kann man überall. Aber der Gottesdienst ist nicht nur Gebet. Er ist Begegnung. Im Gottesdienst begegne ich vielen verschiedenen Menschen. Es ist eine Ermutigung zu spüren, dass Kind und Großmutter, der Jungunternehmer und die alleinerziehenden Mutter vor Gott bekennen können, nicht immer alles richtig zu machen. In solch einem Bekenntnis mit anderen finde ich Halt für mich: Es machen auch sehr perfekt wirkende Menschen Fehler.


Gewiss: „Beten kann ich sonntags auch zu Hause.“ Aber dieses Gemeinschaftserlebnis entgeht mir, bleibe ich daheim und lasse andere für mich bekennen. Es ist ebenso eine Ermutigung, wenn ich mit anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mitteile, dass ich an Gott glaube. Glauben meint nicht wissen, es meint mehr: vertrauen. Wenn ich sage: „Ich glaube an jemanden“ meint das, dass ich ihm vertraue. Allen Gottesdienstbesuchern tut es gut, dass sie nicht allein an Gott glauben und damit ihm in ihrem Leben vertrauen.


„Beten kann ich sonntags auch zu Hause.“ Aber wenn ich nicht auch in der Gemeinschaft bete, dann kann ich mit meinem Beten nicht auch andere ermutigen. Es macht mir und anderen Mut, wenn ich im Gottesdienst mit anderen bete, bekenne und glaube. Es ist ein gemeinschaftliches Tun, dass mich und andere ermutigt. In diesen Zeiten wird häufig mit Angst gearbeitet oder sogar gespielt. Allein bin ich doch häufig machtlos. Ermutigungen im Glauben, Bekenntnis und Gebet sind aber heilend. Es fällt schwer, so etwas zu erreichen, wenn ich nur zu Hause bete.


Pastor Erik Richter, Wormbach