Wie zwei jüdische Sauerländer gerade noch überlebten

Meschede..  Aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz hat der Jugendverband SJD (Die Falken) eine Gedenkstättenfahrt durchgeführt, an der 550 junge Menschen teilgenommen haben. Die Sauerländer Falken, die mit mehreren Mitgliedern dabei waren, erinnerten in einem Workshop an zwei Sauerländer, Hans Frankenthal aus Schmallenberg und Friedel Ransenberg aus Wennemen.

Die Biographien der beiden weisen zunächst Parallelen auf: Beide waren mit ihren Familien in ihren dörflichen Milieus fest verwurzelt, beide Väter hatten als Soldaten am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Beide, Hans Frankenthal (geb. 1926) und Friedel Ransenberg (geb. 1925), wurden, weil sie jüdisch waren, schon als Jugendliche zur Arbeit gezwungen; beider Familien wurden in Auschwitz ermordet, sie selbst haben mit knapper Not die faschistischen Arbeitslager überlebt.

Unterschiedlich sahen die Konsequenzen aus, die sie aus ihren Erlebnissen gezogen haben. Während Frankenthal nach dem Krieg nach Schmallenberg zurückkehrte und das elterliche Geschäft wieder aufnahm, verließ Friedel Ransenberg, der zunächst ebenfalls in sein Heimatdorf Wennemen zurückgekehrt war, Deutschland 1948 in Richtung Israel und diente dort bei der Luftwaffe. In den frühen 50er-Jahren siedelte er nach South Carolina (USA) über, wo er noch bis 2012 eine Pferdezucht betrieb.

Hans Frankenthal starb 1999 in Dortmund und hinterließ seine Lebenserinnerungen in dem Buch „Verweigerte Rückkehr“. Friedel (“Fred“) Ransenberg starb 2012 in Aiken, South Carolina. Auch er hatte noch mit einer Biographie „The chosen son“ begonnen, die er aber nicht mehr vollenden konnte.