Wie hoch ist die Belastung?

Meschede..  Die Straße „In den Weingärten“ darf nur von Anliegern genutzt werden. Trotzdem gibt es immer wieder Fahrzeuge, die hier eine verbotene Abkürzung nehmen. Berühmtheit erlangt die Straße im Jahr 2010, nachdem ein Anwohner über Monate alle dieser Kennzeichen notiert hatte und in Massen dem Hochsauerlandkreis meldete: Damit Knöllchen ausgestellt werden. Auch Besucher der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt waren darunter - der ein oder andere Aufschrei war gewiss.

An der Knöllchenfront ist seitdem Ruhe eingekehrt, viele Verfahren wurden eingestellt, dennoch gibt es weiterhin unterschiedliche Auffassungen, wie sehr die Straße verbotenerweise genutzt wird und wie gefährlich es dort werden kann. „Heute waren es nur Zaun und Lichtmast! Beim nächsten Unfall könnten es die auf dieser Straße häufig spielenden Kinder oder Fußgänger beziehungsweise Radfahrer sein“, schrieb uns jetzt Wolfgang Gramsch, der als Anwohner „In den Weingärten“ lebt. Der Anlass: Ein Unfall mit einem Lkw. „Es hat mächtig gekracht! Glücklicherweise ist Personenschaden nicht entstanden“, so die Einschätzung des Anwohners.

Bis 1600 Fahrzeuge

Er ist der Meinung: „Was muss noch passieren, damit sich hier etwas ändert? Die Anwohner kämpfen seit 1982 darum.“ Die Straße sei teilweise nur 3,50 Meter breit. Bis zu 1600 Fahrzeuge seien hier in sechs Tagen gezählt worden - die Häfte davon unberechtigt. Gramsch sorgt sich neben der Verkehrssicherheit auch um Kosten für die Anwohner: Geht die Straße kaputt, werden sie zur Finanzierung mit herangezogen. 70 Prozent der Kosten müssen sie zahlen.

Ferner wirft Gramsch als Anwohner auch den Kirchenvertretern vor, sich immer wieder gegen eine verkehrsgerechte Lösung ausgesprochen zu haben. „Nun wird es Zeit, bevor hier Personen zu Schaden kommen“, fordert er weitergehende Maßnahmen.

Die Stadt Meschede hat sich die Straße in den vergangenen Jahren immer wieder angeschaut, vor allem das Ordnungsamt war auf dem Höhepunkt der Knöllchen-Auseinandersetzung immer wieder beteiligt.

Laut Pressesprecher Jörg Fröhling sieht die Kommune keinen Handlungsbedarf. Die Einordnung als Anwohnerstraße sei ausreichend, das habe auch ein Gutachten der Stadt Meschede ergeben. Im Rathaus seien auch keine weiteren Beschwerden von Anwohnern bekannt, erklärte er.