Wie Cowboys auf der Bühne

Meschede..  Mit einem extravaganten Outfit betraten fünf junge Musiker die Bühne im großen Saal der Stadthalle Meschede, vier dunkelgekleidete Herren in cowboyhafter Erscheinung mit stilisierten Frack und eine Dame. „SPARK – die klassische Band“ nennt sich dieses Quintett der jungen kreativen Klassikszene, das 2011 mit dem „ECHO Klassik Preis“ ausgezeichnet wurde.

Die Musiker haben alle eine klassische Ausbildung in ihrem jeweiligen Fach und versuchen einen Spagat zwischen Tradition der Klassik und moderner Musik mit Elementen des Jazz und der Rockmusik. Höchste Präzision, virtuoses Spiel und eine große Spielfreude zeichnet die Gruppe, die mit ihrem Programm „Wild Territories“ Neuland betreten wollen mit einem Sound, der von der Klassik zur Avantgarde und Minimal Music führt.

Phantasie und Freude

Mit wilden Rhythmen und ungewöhnlichen Klangelementen begannen die jungen Leute ihr Konzert mit verschieden zeitgenössischen Komponisten wie dem Holländer Chiel Meijering oder Johannes Motschmann. Mit viel Phantasie und Freude am Experimentieren breitete „SPARK“ einen großen Klangteppich aus, der sphärische Dimensionen erreichte. Ein ganzes Arsenal verschiedenster Blockflöten zündete ein wahres Feuerwerk, von der kleinen Pikkoloflöte bis zu Instrumenten von der Größe einer Orgelpfeife mit Tonklappen. Der Pianist deckte mit seinem hervorragenden Spiel große Bereiche pianistischer Spielmöglichkeiten ab, von dezenten Hintergrundklängen bis virtuosen Spiel eines Jazzpianisten. Auch die beiden Streicher begeisterten die Zuhörer. Der Cellist zeigte bei einer wilden Jazznummer seine herausragende Technik.

Leider kam die Klassik der „klassischen Band“ etwas zu kurz. Mit enormer Spannung und raschen Tempo war ein Presto-Satz des e-moll Concertos von G. Ph. Telemann zu hören, natürlich gewürzt mit poppigen Elementen der Moderne. Ein Kontrast zur übrigen Musik mit Klangteppichen und clusterhaften Klangelementen.

Die Zuhörer waren begeistert. Als Dank für den herzlichen Beifall spielten die Musiker eine Zugabe, bei der ungarische Volkslieder von Bela Bartok und der Czardas von Vittorio Monti wunderbar mit den musikalische Stilmitteln der „SPARK“-Band verarbeitet wurden. Josef Weiser