Widerstand in Grevenstein gegen Windkraft

Hier in dieser Montage ist nur das untere Stück einer besonders hohen Windkraftanlage zu sehen - riesig im Vergleich zur Pfarrkirche.
Hier in dieser Montage ist nur das untere Stück einer besonders hohen Windkraftanlage zu sehen - riesig im Vergleich zur Pfarrkirche.
Was wir bereits wissen
Erstmals gründet sich in Meschede eine Initiative gegen Windkraft. Die Versammlung findet am Dienstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr im Holländer Hof statt. Wir haben vorab mit Martin Gast, einem der Initiatoren, gesprochen.

Meschede.. In Grevenstein wächst die Sorge, dass schon bald meterhohe Anlagen das Dorf und den Naturpark Homert prägen könnten. Darüber haben wir mit Martin Gast, einem der Initiatoren der Bewegung, gesprochen.

Seit wann machen Sie sich Sorgen wegen möglicher Windkraft-Anlagen?

Martin Gast: Das begann vor etwa acht Wochen. Bis dahin war uns bekannt, dass die Stadt Meschede so genannte Vorrangzonen ausweisen muss. Da hieß es: Erstmal abwarten, ob tatsächlich etwas gebaut wird. Ende März haben wir aber erfahren, dass sich eine Gesellschaft in Grevenstein gegründet hat, die tatsächlich Windräder errichten will. Und dann haben wir uns über die möglichen Dimensionen informiert - bis zu 200 Meter hoch. Von Grundstückseigentümern gibt es schon Angebote zur Verpachtung und zum Verkauf. Windkraftunternehmen bieten schon ihre Anlagen an.

Was wollen sie nun als Bürgerinitiative unternehmen?

Wir haben bereits Informationsschreiben im Ort verteilt, haben uns bei der Stadt Meschede informiert und es hat auch einen moderierten Austausch mit den Grundstückseigentümern gegeben. Der nächste Schritt ist jetzt die offizielle Gründung unserer Bürgerinitiative. Wir wollen dadurch organisierter werden. Gern schließen wir uns auch mit anderen Betroffenen rund um die Homert zusammen, also mit Meinkenbracht, Obersalwey, Niedersalwey und Wenholthausen.

Wie realistisch ist es, dass in der Homert zahlreiche Windräder entstehen und welche Folgen hätten der Aufbau aus Ihrer Sicht für Grevenstein?

Wir haben die ernsthafte Befürchtung, dass es dazu kommt. Es gibt schließlich diese Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die sich dafür gegründet hat und signalisiert hat: Wir wollen das! Aus meiner Sicht wird durch die Windräder die Natur kaputt gemacht. Das ist eine Bedrängung: Wenn Sie künftig auf die Berge sehen - das wird schlimm. Das hat negative Folgen für den Tourismus und ich befürchte einen Wertverlust für die Häuser: Verkaufen würde schwieriger, weniger Leute würden in den Ort ziehen. Ich finde: Diese Windräder gehören nicht auf die Berge des Sauerlands.

Wie ist denn die Stimmung in der Bevölkerung?

Eine große Mehrheit ist gegen diese Windräder und sagt: Gut, dass jemand etwas macht. Aber noch sind viele sehr zurückhaltend. Und dann gibt es natürlich ein paar Leute, die sehen, dass sie vielleicht Geld verdienen können mit ihren Grundstücken.

Was will die Bürgerinitiative unternehmen?

Wir appellieren an die Grundstückseigentümer sich genau zu überlegen, was sie tun. Sie könnten zwar vielleicht ein vages Geschäft machen, aber nur auf Kosten der Natur und aufgrund von Förderungen und Subventionen. Die Rechnung muss am Ende nicht aufgehen. Die Eigentümer sollten sich genau informieren, bevor sie ihre Flächen verpachten oder verkaufen.