Wertvolle Erfahrungen gesammelt

Kamen begeistert von ihrem Auslandspraktikum zurück (v.l.): Lukas Scheffer, Rafael Loerwald, Jonas Bathen, Damian Hilus, Lennart Raulff, Sophia Ruhe, Philipp Spies und Marco Hesse.
Kamen begeistert von ihrem Auslandspraktikum zurück (v.l.): Lukas Scheffer, Rafael Loerwald, Jonas Bathen, Damian Hilus, Lennart Raulff, Sophia Ruhe, Philipp Spies und Marco Hesse.
Foto: SMMP/Ulrich Bock
Was wir bereits wissen
„Als mich der Bus mitten im Nichts absetze und ich in diese entlegene Siedlung kam, wollte ich schon wieder nach Hause. Aber vier Wochen später wollte ich nicht mehr zurück“, sagt Sophia Ruhe.

Bestwig.. Die 20-Jährige Schülerin des Berufskollegs Bergkloster Bestwig absolvierte jetzt ein Auslandspraktikum in einer anthroposophischen Einrichtung mit behinderten Kindern und Jugendlichen in Finnland. Wie 47 ihrer Mitschüler, die in zehn verschiedene Länder aufbrachen, kehrte sie begeistert zurück. Vermissen möchte die Erfahrung keiner.

Eine Herausforderung

„Ich kann mir jetzt auch vorstellen, nach meiner Berufsausbildung ins Ausland zu gehen“, sagt zum Beispiel Lukas Scheffer. Der 18-Jährige war mit seinen Mitschülern Rafael Loerwald und Damian Hilus aus dem Bildungsgang für Gestaltungstechnische Assistenten in Irland. Den Alltag in dieser Schule haben die drei Berufsschüler aus Bestwig in einer Videodokumentation festgehalten. Dafür haben sie die Story selbst entwickelt und die Dreharbeiten mit privater Ausrüstung eigenständig organisiert.

Philipp Spies und Jonas Bathen verbrachten die vier Wochen in einem Kinderheim der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel in Rumänien. Natürlich sei die Sprache eine Herausforderung. „Aber da die Schwestern Deutsch sprechen und die Kinder sehr offen sind, hat das irgendwie funktioniert“, erklärt Philipp Spies.

Lange Tage in Rumänien

Ähnlich ging es Sophia Ruhe in Finnland, die in der dortigen Einrichtung vor allem in der Hauswirtschaft half. „Auch mit den Behinderten war die Kommunikation kein Problem. Und am Schluss begann ich sogar die ersten finnischen Sätze zu verstehen.“

Spies und Bathen hatten im rumänischen Schineni die Aufgabe, bei der Betreuung der Kinder zu helfen: von der Hausaufgabenhilfe über die Arbeit im Garten bis zum Fußballspielen. Da die Kinder in dem Heim leben, dauerte der Tag manchmal bis zehn Uhr abends.

Lennart Raulf und Marco Hesse, die ihr Praktikum in einem deutschen Kindergarten in Barcelona verbrachten, wurden ebenfalls gut angeleitet und aufgenommen. Von dem Flugzeugabsturz, der sich während ihres Aufenthaltes ereignete, bekamen sie kaum etwas mit. „Obwohl die Maschine ja von Barcelona aus gestartet war und wir auf demselben Weg zurückflogen. Dass wir darüber wenig erfuhren, war wahrscheinlich besser so“, blickt Lennart Raulf zurück.

Und noch etwas ist den Schülern aufgefallen: „Dass man auch im Berufsleben entspannt sein kann“, wie Lukas Scheffer feststellt. In Irland habe das Privatleben einen viel größeren Stellenwert. „Bei uns hat man den Eindruck, dass die Arbeit immer im Mittelpunkt steht. Das ist da anders. Die Menschen wirken lockerer.“ Trotzdem glaube er nicht, dass sie deswegen weniger leisten. Vielleicht wecke gerade diese Einstellung Kreativität und Tatendrang. Deshalb möchte er wieder dorthin.

Praktikum angeboten

Sophia Ruhe wurde in Finnland bereits ein längeres Praktikum nach ihrer Schulzeit angeboten. „Diese Einladung will ich gerne annehmen“, sagt die Absolventin der höheren Berufsfachschule. Am ersten Tag ihres zurückliegenden Auslandsaufenthaltes hätte sie das sicher nicht für möglich gehalten.