Wer polemisiert?

Windkraft / Leserbrief von Dr. Matthias Kotthoff..  Einen erheblichen Anteil an der allgemeinen Politikverdrossenheit der Menschen in Deutschland hat die Tatsache, dass die Vertreter der etablierten Parteien immer diejenigen, die gegen die als allgemeinverbindlich und alternativlos von ihnen vertretenen Thesen argumentieren, der Polemik bezichtigen. Demgegenüber kann man in der SPD in Eslohe offensichtlich ohne jegliches Faktenwissen Politik machen.


Der Satz von Herrn Dr. Kotthoff (Zitat) „...dass sehr wohl in 20 bis 30 Jahren Speichertechnologien zur Verfügung stehen werden“, hat doch zwei Aussagen: 1. Dass derzeit keine Speichertechnologien vorhanden sind und 2. dass es diese – wenn überhaupt – in frühestens in 20 Jahren geben wird.


Wenn man dazu berücksichtigt, dass ein Windrad in der Regel eine wirtschaftliche Lebensdauer von ca. 20 Jahren hat, beweist das doch den Irrweg, der gerade beschritten wird. Im Übrigen sind alle „Speichertechnologien“, an denen derzeit geforscht wird, keine Speicherverfahren, sondern Verfahren zur Umwandlung von Energie. Jeder, der in der Schule in den Naturwissenschaften ein wenig aufgepasst hat, weiß, dass bei jeglicher Form des Transports und der Umwandlung von Energie Verluste entstehen.


Beispiel „Power to gas“: Man erzeugt Windstrom, um ihn dann mit Verlusten über viele Kilometer zu einer Power-to-gas-Anlage zu transportieren. Dort wandelt man ihn mit weiteren erheblichen Verlusten zu Gas um, um dieses dann zu einem Kraftwerk zu transportieren. Dort wird es dann mit weiteren großen Verlusten und unter Ausstoß von CO2 verbrannt und wieder zu Strom umgewandelt. Der Energieverlust bei dieser Form der Stromerzeugung beträgt über 60 Prozent! Macht das Sinn? Wer polemisiert und wer liefert Fakten?
Peter Neumann, Schmallenberg