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Wenn der Tote im Buchenweg liegt

14.02.2012 | 18:33 Uhr
Wenn der Tote im Buchenweg liegt
Gerhard Oppermann, Krimi-Autor aus Köln, schreibt auch über Meschede

Meschede.   Gerhard Oppermann führt seinen Kommissar auch nach Meschede.

Für Hamburger oder Berliner ist es sicher nichts Ungewöhnliches. Wer aber als Mescheder abends in einem Krimi schmökert, zuckt schon zusammen, wenn er plötzlich über einen Toten in der Nachbarschaft stolpert. Genau das passiert aber im Roman „Saite h“ - dem Krimidebüt des Kölner Autors Gerhard Oppermann.

Im Mescheder Buchenweg geschieht der Mord - eigentlich ein Mord von mehreren. Bei diesem ist jedoch der Kölner Kommissar Rob Hansen besonders betroffen: Es ist sein Vater, der umgebracht wird.

Eigentlich ist das Kölner Team der Mordkommission auf die Suche nach einem Mörder, der seine Opfer in Kölner Grünanlagen mit einer Gitarrensaite erwürgt. Die Aufklärung des Falles führt den Hauptkommissar jedoch auch in seine Heimatstadt Meschede und somit auch zurück in seine eigene Vergangenheit.

Der Autor Gerd Oppermann arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Suchtberater in Köln. Systemische Familienaufstellungen - also die Überlegung, dass die Familie den Menschen prägt, auch über Generationen hinweg - ist eines seiner Themen. Und das spielt auch in „Saite h“ eine große Rolle.

Auf seltsame Weise sind die Mordfälle im Raum Köln mit den Ereignissen im Sauerland verknüpft. Rob Hansen und seine Kollegin Liviana Vaitmar begeben sich nicht nur auf die Spuren des Mörders, sondern auch eigene, weit zurückliegende Geheimnisse bestimmen plötzlich ihre Gegenwart.

Dabei scheint es so, als habe der Autor Stoff für drei Bücher verarbeitet: ein Mord im türkischen Milieu, die Drogenvergangenheit und das lesbische Coming-Out der Kollegin, Rechtsextremismus, Kindheitstraumata und daraus resultierende Phobien - es ist ein bisschen viel, was Oppermann in ein Buch packt. Doch der Kölner glaubt, dass er nur so, den vielschichtigen Charakteren gerecht wird. Was beim Lesen manchmal aufgesetzt wirkt, ist für den Sozialarbeiter das reale Leben: „Ich habe in meiner Arbeit schon viel erlebt. Oft steckt Dramatik hinter den Schicksalen.“

Der Krimi ist flott zu lesen. Die Handlungsstränge zu entwirren, ist oftmals mühsam, aber nicht unmöglich und manches was am Anfang unverständlich war, entpuppt sich am Ende als das entscheidende Indiz. Wie in der echten Ermittlungsarbeit eben auch.

Gerhard Oppermann wird auch zur Criminale vom 25. bis 29. April im Sauerland lesen, wann und wo ist noch nicht bekannt.

Drei Fragen an... Gerhard Oppermann:

Frage: Wie kommt es, dass Ihr Kommissar ein Sauerländer ist?

Gerhard Oppermann: Ich wollte keinen Kölner, der hätte dann auch Kölsch reden müssen und das hätte ich mir nicht zugetraut. Außerdem sollte Rob Hansen eine kantige Figur werden, die dem Kölner Team etwas entgegenzusetzen hat. Da passt er als Säuerländer gut rein.

Frage: Und wie ist es dann Meschede geworden?

Oppermann: Meine erste Szene, die ich überhaupt geschrieben habe, war die, in der der Mord im Buchenweg passiert, ohne dass ich schon genau wusste, wo das ist. Es sollte allerdings ein kleinstädtisches Milieu sein. Meschede kannte ich, weil Freunde hier wohnen. Meine eigene Heimat, das Siegerland, wollte ich nicht nehmen, das wäre mir zu nah gewesen.

Frage: Haben Sie dann auch hier vor Ort recherchiert?

Oppermann: Ich war mehrmals in Meschede und habe mir auch den Buchenweg noch genau angesehen. Deshalb wusste ich auch, dass der Mörder durch den Fußweg in den Lanfertsweg fliehen konnte. Auch andere Straßen, der Hennesee oder das Walburga-Krankenhaus habe ich der Stadt entliehen. Zum Teil habe ich aber auch einfach über Google-Maps kontrolliert, wie die Straßen liegen.

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Kommentare
15.02.2012
12:30
Wenn der Tote im Buchenweg liegt
von westphalian-observer | #1

Ja, nee, is klar. "Hansen" ist ja auch ein absolut urtypischer Nachname im Sauerland. Und "Rob" heisst hier bei uns ja auch so ziemlich jeder Dritte. Totaler Mumpitz! Der Kommissar müsste Schulte, Hengesbach oder Bornemann und mit Vornamen Theo, Willi oder Franz-Josef heißen.

1 Antwort
Wenn der Tote im Buchenweg liegt
von Jodoko | #1-1

Also müssen Kommissare in Bayern Xaver Huber, im Norden Peter Petersen und in Köln Paul Schmitz heißen. Ziemlicher Mumpitz! Gibt es keine wichtigeren Kommentare zu diesem Köln-Sauerland-Krimi??

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