Weiterer Schulverbund ist „Zukunftsmusik“

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Was wir bereits wissen
Die Tendenz: Alle Esloher Schulen weisen für die nächsten Jahre sinkende Schülerzahlen auf. Dies geht aus den neuesten Prognosen hervor, die dem Schulausschuss vorgelegt wurden.

Eslohe..  Grundlegende Änderungen sind kurzfristig aber nicht zu erwarten. Als „relativ stabil“ stuft Ausschuss-Vorsitzender Stephan Pieper die Zahlen im Grundschulverbund mit dem Hauptstandort Eslohe und dem Teilstandort Wenholthausen ein: Aktuell sind dort 293 Kinder in zwölf Klassen. In den nächsten Jahren wird es auf und ab gehen – mit wohl 273 Kindern im nächsten Schuljahr, 281 in 2016, 266 in 2017, schließlich 238 in 2018 und 258 im Jahr 2019 in dann noch elf Klassen. Wenholthausen „steuert“ zum Verbund gegenwärtig 57 Kinder bei, in den nächsten Jahren 50 (außer 42 im Jahr 2018).

Eigenständigkeit

In der Grundschule Reiste (aktuell 100 Kinder, 2019 noch 67) stellt sich ab 2015 die Frage, teils jahrgangsübergreifende Klassen bilden zu müssen. 2015 werden hier zum Beispiel nur 12 Erstklässler erwartet (aktuell: 32). Bürgermeister Stephan Kersting berichtete aus Gesprächen mit der Schulaufsicht, es gebe „keine erkennbaren Zeichen, dass die Schule in Frage gestellt wird“. Sie werde erst einmal eigenständig bleiben. Eine mögliche Erweiterung des Grundschulverbundes Eslohe und Wenholthausen dann um Reiste „ist noch Zukunftsmusik“. Allerdings schreibt das Schulgesetz bei einer Fortführung einer Grundschule mindestens 92 Schüler vor. Diese Zahl wird in Reiste ab 2015 mit voraussichtlich 84 Kindern unterschritten.

Sinkende Zahlen

253 Jugendliche besuchen gegenwärtig die Hauptschule. Ab 2016 wird die Zahl erstmals unter 200 sinken, am Ende des aktuellen Prognosezeitraums 2021 sind es noch 181. Zugrunde liegt der Prognose eine Übergangsquote von 20 Prozent von den Grundschulen zur Hauptschule.

Empfehlungen weggefallen

Folgen hat der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlungen: Die Verwaltung bemerkt einen „deutlichen Trend weg von der Hauptschule“. Eltern melden stattdessen ihre Kinder an der Realschule an – auch wenn diese eine reine Hauptschulempfehlung haben. Das macht sich später wiederum an der Hauptschule bemerkbar. Denn in den Jahrgängen 6 bis 9 gibt es wieder auffallende Zugänge von der Real- zur Hauptschule – offenbar, weil die Eltern der Grundschulempfehlung nicht gefolgt waren.

Zunächst Anstieg in der Realschule

Die Realschule mit aktuell 463 Jugendlichen kann im nächsten Schuljahr einen leichten Anstieg auf 468 erwarten und bleibt in den nächsten Jahren auf hohem Niveau, wird aber 2021 auch auf 432 Schüler sinken. Die Übergangsquote von den Grundschulen zur Realschule liegt bei 48 Prozent. 40 Prozent aller Realschüler sind Auswärtige.