„Weg mit Schaden: Für uns eine schlechte Notlösung“

Meschede..  An der Vorgehensweise des Stadtrates, das Grundstück der ehemaligen Franz-Stahlmecke-Schule für ein Bieterverfahren freizugeben, gibt es Kritik. Wie berichtet, soll über dieses Verfahren eine neue Nutzung der Fläche gefunden werden. Die UWG-Fraktion betont, die Entscheidung im Rat sei nicht einstimmig, sondern nur mehrheitlich getroffen worden. Vorsitzende Maria Gödde-Rötzmeier erläutert ihre Bedenken. Sie hatte das Thema in der öffentlichen Sitzung diskutieren wollen: „Liegenschaftsangelegenheiten sind in nichtöffentlicher Sitzung zu besprechen“, entgegnete ihr jedoch die Verwaltung.

Frage: Was stört Sie an einem denkbaren Abriss der leer stehenden Schule?

Maria Gödde-Rötzmeier: Bevor dieser Schritt alternativlos ist und die zum Teil gute Gebäudesubstanz dem Erdboden gleichgemacht wird, sollte überlegt werden, welche Nutzungen im allgemeinen Interesse sind. Nach dem Mehrheitsbeschluss könnte man vermuten, dass dieses Interesse lautet: „Weg mit Schaden“. Das wäre für uns eine schlechte Notlösung. Schließlich sind in den Jahren 2007 bis 2010 mehr als 600 000 Euro aus Mitteln des Steuerzahlers in die vorhandenen Schulgebäude geflossen. Gefragt ist jetzt Kreativität mit dem Bestreben, Neues zu schaffen – und möglichst viel von der guten Bausubstanz zu erhalten und einzubeziehen.

Also könnte auf ein Bieterverfahren ganz verzichtet werden?

Nein, aber unserer Meinung nach sollte es mit einem Ideenwettbewerb angereichert werden, der den Einfluss der Stadt auf ein Nutzungskonzept mit vorab definierten Zielen stärkt. So haben wir angeregt, unter anderem Kriterien vorzugeben, damit öffentlich geförderte neue Wohnformen in der vorhandenen Gebäudesubstanz und damit bezahlbarer, generationsübergreifender Wohnraum entstehen könnte.

Sie könnten sich auch eine Unterbringung des Stadtarchivs auf der Schulfläche vorstellen?

Ja. Wir stellten zur Diskussion, eine Teilnutzung der Gebäude durch das Stadtarchiv in das Bieterverfahren zu integrieren, um gute Ideen für eine kombinierte Nutzung zu erhalten. Diese Idee wurde wie gewohnt mit Hinweis auf die Haushaltslage schnell vom Tisch gewischt. Hier hätten wir uns mehr Kreativität seitens der Verwaltung vorstellen können. Offensichtlich scheitert die Kreativität bei diesem Thema aber mehr am guten Willen als an den Finanzen.