Was wird aus den Schulen in Meschede?

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Was wir bereits wissen
Was wird aus unseren weiterführenden Schulen? Es gibt immer weniger Kinder im Stadtgebiet Meschede, zugleich werden neue Modelle diskutiert. Hier ein Überblick.

Meschede.. 1. Was passiert, wenn es beim dreigliedrigen Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium bleibt?
Dann ändert sich zunächst einmal gar nichts. Allerdings: Die Stadt Meschede geht davon aus, dass dann schon in absehbarer Zeit eine weitere Hauptschule geschlossen werden müsste. Die Franz-Stahlmecke-Schule in Meschede wird bereits zum Ende dieses Schuljahres aufgegeben, möglicherweise könnte die St.-Walburga-Hauptschule in Meschede als nächstes betroffen sein - weil die Konrad-Adenauer-Hauptschule in Freienohl stärkere Anmeldezahlen vorlegt.

2. Was geschieht, wenn Meschede eine Sekundarschule bekommt?
Dann würden die beiden verbleibenden Hauptschulen und die Städtische Realschule zu einer neuen Schule in Meschede zusammengelegt. Einen Standort in Freienohl würde es nach Prognosen der Stadtverwaltung nicht geben, weil nicht genügend Kinder und Jugendliche zusammenkommen. Als wahrscheinlich gilt daher: Kommt die Sekundarschule in Meschede, läuft die Konrad-Adenauer-Hauptschule in Freienohl aus. Sie würde keinen Nachwuchs mehr aufnehmen, alle Verbliebenen könnten noch ihren Abschluss machen, danach würde sie geschlossen werden.

3. Wer entscheidet über eine Sekundarschule?
Zuerst die Politik: Sie muss der Stadtverwaltung einen Auftrag für eine Befragung geben. Wegen der Sorge um den Standort Freienohl wird momentan über den Zeitpunkt gestritten. Die endgültige Entscheidung treffen die Eltern: Diejenigen, die Kinder in der vierten Klasse haben, werden nach ihrer Meinung zur Sekundarschule befragt. Ergibt sich dabei eine ausreichende Zustimmung, kann - nach entsprechendem politischen Beschluss - das Anmeldeverfahren starten. Kommen dabei genügend Anmeldungen zusammen, geht die neue Schulform an den Start.

4. Welche Rolle spielen die privaten Schulen in Meschede?
Gab es bisher ein freundliches Miteinander, so werden die privaten Schulen zunehmend zu Wettbewerbern: 44,6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen wechseln auf eine Schule in freier Trägerschaft und nicht auf eine städtische. Weiten die privaten Schulen ihr Angebot in Zeiten des Schülermangels aus, besteht die Gefahr, dass sie den städtischen Schulen das Wasser abgraben. Die privaten Schulen können darüber eigenständig entscheiden. Daher gibt es kein gemeinsames Konzept mit der Stadt Meschede Aktuelles Beispiel: Das Benediktiner-Gymnasium nimmt im kommenden Schuljahr 90 statt 64 Kinder auf - das erhöht den Druck auf die bestehenden Schulen. Eine Ausweitung der Kapazitäten an der Walburga-Realschule hätte ähnliche Folgen.

5. Ist eine Gesamtschule am Ende die Lösung?
Das ist eine politische Frage: Die Mehrheit im Stadtrat will am Gymnasium festhalten, das betonte auch Bürgermeister Uli Hess noch einmal. MBZ und Grüne forderten dagegen schon jetzt über eine Gesamtschule nachzudenken. Sie würde Haupt- und Realschulen sowie das Städtische Gymnasium vereinen. Skeptiker befürchten, dass langfristig so oder so eine Gesamtschule entstehen könnte - weil keine der drei städtischen Schulformen mehr genug Kinder und Jugendliche zusammenbekommt. Andere glauben, dass am Ende Sekundarschule und Gymnasium stehen.