Was gegen Kopfschmerzen hilft und wann es gefährlich wird

Kopfschmerzen können zur Qual werden. Es gibt gute Behandlungsmethoden.
Kopfschmerzen können zur Qual werden. Es gibt gute Behandlungsmethoden.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Dr. Dieter Geyer, Chefarzt der Fachklinik Fredeburg und der Fachklinik Holthauser Mühle, erklärt, was man gegen Kopfschmerzer tun kann und wann man dringend den Facharzt aufsuchen sollte.

Bad Fredeburg.. Kopfschmerzen kennt jeder, hatte jeder schon einmal und haben die meisten Menschen sogar mehrmals im Jahr. Meistens sind keine schwerwiegenden Gründe die Ursache. Zu wenig getrunken, Verspannungen, Erkältung oder strahlende Zahnschmerzen. Doch es gibt auch andere Kopfschmerzen.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Dr. Dieter Geyer: Zunächst kann man Kopfschmerzen unter dem Dach des Schädels von Gesichtsschmerzen sowie akuten und chronischen Schmerzen unterscheiden. Bei den eigentlichen Kopfschmerzen wird zwischen primären und sekundären Erkrankungen unterschieden. Sekundäre sind auf andere Erkrankungen zurückzuführen – zum Beispiel grippale Infekte, Erkrankungen von Hals, Nasennebenhöhlen, Zähnen, Mund oder Bluthochdruck. Auch Nebenwirkungen mancher Medikamente und zu viel Alkohol können Kopfschmerzen verursachen. Bei den primären Kopfschmerzerkrankungen wird unter anderem zwischen Migräne, Spannungskopfschmerz, sogenanntem Clusterkopfschmerz, und attackenartigen, einseitigen Kopfschmerzen unterschieden.

Wie entstehen Kopfschmerzen?

Volkskrankheit Die Ursachen sind unterschiedlich. Echte Migräne ist vorwiegend erblich bedingt, unterliegt aber psychischen und anderen Einflüssen wie Witterung, Tagesrhythmus, Ernährung oder bei Frauen dem Zyklus. Der Spannungskopfschmerz ist auch erblich bedingt und geht mit einer geringen Fähigkeit, abschalten zu können, einher. Bei vorwiegend psychisch bedingtem chronischen Kopfschmerz kann dieser als körperlich wahrnehmbarer seelischer Schmerz verstanden werden (man denke an die Redensart: „Sich den Kopf zerbrechen“). Was viele nicht wissen: die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann hartnäckige Dauerkopfschmerzen auslösen.

Was kann man tun, um Kopfschmerzen zu vermeiden oder zu bessern?

Wer zu Kopfschmerzen neigt, sollte auf ausreichend Schlaf und Entspannung achten. Regelmäßiger Ausdauersport wie Spazierengehen, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen ist nützlich. Nicht zuletzt sollte Alkohol nur moderat konsumiert und Zigaretten gemieden werden. Lärmschutz und grelles Licht zu vermeiden und aus hektischen Situationen herauszugehen wirkt zudem oft entlastend. Auch Stirnkühlen, Schläfenmassieren oder Dehnübungen der Nackenmuskulatur können hilfreich sein.

Ratschläge vom Chefarzt in Fredeburg zur Kopfschmerzbehandlung

Was sollte man noch über Kopfschmerzen wissen?

Entgegen dessen, was uns in der Werbung weisgemacht werden soll, gibt es keine Kopfschmerzmittel, sondern nur allgemeine Schmerzmittel. In der Behandlung müssen wir die Therapie einer akuten Kopfschmerzattacke unterscheiden von der vorbeugenden oder insgesamt lindernden Behandlung des chronischen oder immer wieder auftretenden Kopfschmerzes. So kann beispielsweise eine beginnende Migräneattacke durch die Einnahme eines geeigneten Schmerz- oder spezifischen Migränemittels verhindert oder gelindert werden. Um die Frequenz der Anfälle zu senken, müssen aber ganz andere Medikamente eingesetzt werden. Außerdem können verschiedene Entspannungsverfahren und Lebensstiländerungen sehr hilfreich sein, um Kopfschmerzen vorzubeugen.

Wann wird ein Kopfschmerz gefährlich?

Bei plötzlich auftretenden Kopfschmerzen von vernichtungsartiger Intensität sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Solche Schmerzen können Ausdruck einer Hirnblutung sein oder dieser vorausgehen. Auch sollte immer eine gründliche ärztliche Untersuchung erfolgen, wenn Kopfschmerzen mit zusätzlichen Beschwerden wie Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen einhergehen.