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Warum die Polizei im HSK den höchsten Personalrückgang hat

03.01.2016 | 21:00 Uhr
Warum die Polizei im HSK den höchsten Personalrückgang hat
HSK-Polizeidirektor Klaus Bunse an seinem Arbeitsplatz. Er erklärt die aktuelle Lage.Foto: Matthias Graben

Meschede.   Polizeidirektor Klaus Bunse über Bürgernähe, Ausstattung und Herausforderungen. Die Polizei im Hochsauerlandkreis hat prozentual den höchsten Personalrückgang.

  • Die Polizei im HSK hat prozentual den höchsten Personalrückgang
  • Aktuell nur noch 360 Stellen
  • Der Verteilungsschlüssel richtet sich nach den angezeigten Straftaten

Der gebürtige Marsberger Klaus Bunse (50) ist seit einem halben Jahr ranghöchster Polizeibeamter im Hochsauerlandkreis (HSK). Im Interview äußert sich der Polizeidirektor unter anderem zu den Rahmenbedingungen für eine effektive Polizeiarbeit auf dem Land.

Bürgernahe Polizei

Bei Ihrem Dienstantritt haben Sie eine „enge Verzahnung von Bürgern und Polizei“ versprochen. Ist das angesichts der Personalsituation überhaupt möglich?

Klaus Bunse: Die Polizei im HSK ist sehr bürgernah. Aber das ist in Zukunft nur zu gewährleisten, wenn weitere personelle Verluste verhindert werden. Wir sind die Polizeibehörde in NRW mit dem prozentual höchsten Personalrückgang. Im Jahr 2000 waren noch 430 Polizeibeamte bei der Kreispolizei beschäftigt. Jetzt haben wir nur noch 360 Stellen (plus 50 Angestellte). Maßgeblich bei der Personalverteilung durch das Innenministerium sind unter anderem angezeigte Straftaten und Verkehrsunfälle. Uns würde ein Verteilschlüssel, der auch die Flächengröße berücksichtigt, schon helfen.

Klaus Bunse mach klar: "Die Polizei im HSK ist sehr bürgernah. Aber das ist in Zukunft nur zu gewährleisten, wenn weitere personelle Verluste verhindert werden." Foto: Matthias Graben

Sie können nur Präsenz in der Fläche zeigen, wenn eine ausreichende Zahl an Polizeiwachen vorhanden ist. Ist das gesichert?

Das Auflösen von Polizeiwachen bringt keine nennenswerten Einspareffekte und führt zu Qualitätsverlusten. Wir wollen auch in Zukunft unsere sieben Polizeiwachen möglichst erhalten. Man kann nicht alles zentralisieren.

Gibt es noch den typischen Dorfpolizisten?

Ja, in Form des Bezirksbeamten. Die Kollegen machen eine wichtige Arbeit vor Ort, aber sie sind nicht mehr so häufig sichtbar wie früher. Wir hatten im HSK einmal 36 solcher Stellen, derzeit sind es 26. Dabei ist angesichts steigender Wohnungseinbrüche und angesichts der Flüchtlingsproblematik das Bedürfnis in der Bevölkerung, die Polizei zu sehen, eher noch gewachsen.

Aufklärungsquote der Einbrüche bei 18 Prozent

Sie sprechen Wohnungseinbrüche an. Wie ist die Situation?

Der landesweite Trend der seit Jahren steigenden Wohnungseinbruchszahlen hat 2015 auch den HSK erreicht. Ende Oktober lagen die in der Kriminalstatistik erfassten Fälle um 34 Prozent über denen des Vorjahreszeitraumes. Trotzdem sind die Fallzahlen und die Aufklärungsquote von 18 Prozent im Landesvergleich noch sehr gut.

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    Seite 2: Bei Einsätzen teilweise schneller vor Ort als Kollegen in Großstädten

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Kommentare
04.01.2016
23:41
Notfallpläne für die Flüchtlingsheime
von Volcanus | #1

Gibt es auch Pläne für Kravalle in den Heimen? Vergewaltigungen und Schlägereien sind in vielen Heimen normal, siehe Suhl auf youtube. Und was ist mit...
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11426022
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/warum-die-polizei-im-hsk-den-hoechsten-personalrueckgang-hat-id11426022.html
2016-01-03 21:00
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