Waffenregister zählt mehr als 30.000 Waffen im Hochsauerlandkreis

Insgesamt sind im gesamten Hochsauerlandkreis 6200 Waffenbesitzer gemeldet.
Insgesamt sind im gesamten Hochsauerlandkreis 6200 Waffenbesitzer gemeldet.
Foto: dapd

Meschede.. Nach den Amokläufen von Erfurt und Winnenden wollte die Politik Konsequenzen ziehen. Seit Beginn dieses Jahres gibt es das neue nationale Waffenregister (NWR). Auch die Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises arbeitet mit dem System. „Durch das NWR besteht für die Polizei die Möglichkeit, bundesweit nach Waffen- und Herstellernummern zu suchen“, erklärt Ludger Rath, Sprecher der Kreispolizeibehörde: „Auf diese Weise kann man registrierte Waffen in Sekundenschnelle dem Besitzer zuordnen.“ So kann die Polizei - beispielsweise wenn sie eine Person anhält, die eine Schusswaffe mit sich führt - schnell feststellen, ob diese Person die Waffe auch tragen darf.

„Für jede Waffe wird eine eigene „virtuelle Akte“ angelegt. Auch der komplette Waffenbestand von einzelnen Personen ist bundesweit überprüfbar“, erklärt Rath. Auf der anderen Seite sei mit dem NWR auch viel Arbeit auf die Polizisten zugekommen. Denn der bürokratische Aufwand sei enorm. Zwar seien sehr viele Daten über die Waffen gespeichert, diese müssten allerdings erst noch über Jahre ein- und nachgepflegt werden.

Waffenbesitzer werden kontrolliert

Insgesamt sind im gesamten Hochsauerlandkreis 6200 Waffenbesitzer gemeldet. Inklusive der Inhaber eines Kleinen Waffenscheins sind es 7194. Mehr als 30.000 erlaubnispflichtige Waffen gibt es im Kreis. Sie alle werden im NWR registriert. Zu den Waffenbesitzern im Hochsauerlandkreis gehören überwiegend Jäger und Sportschützen.

Um eine Waffe zu führen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Sie sind im Waffengesetz geregelt. Demnach bekommt derjenigen eine waffenrechtliche Erlaubnis, der u.a. 18 Jahre alt ist, Sachkunde nachweist und eine Haftpflichtversicherung in Höhe von einer Million Euro für Personen- und Sachschäden abgeschlossen hat.

Die Waffenbesitzer werden zudem kontrolliert. „Es finden angekündigte, aber auch vermehrt unangekündigte Kontrollen durch die Mitarbeiter der Waffenbehörde statt. Überprüft werden die Lagerung der Waffen und der Munition“, so Rath.

Nach den Amokläufen von Winnenden und Erfurt sei die Bevölkerung sensibilisiert worden, welche Gefahr von Waffen ausgehen kann, so Rath. Es sei unter anderem zu beobachten, „dass nach jedem Unglück vermehrt Waffen zur Vernichtung abgegeben werden.“