Vorwürfe gegen niederländischen Arzt waren in Bad Fredeburg bekannt
21.02.2012 | 18:17 Uhr 2012-02-21T18:17:00+0100
Bad Fredeburg. Der Fall Dr. R. und das St.-Georg-Krankenhaus – es ist ein Top-Thema in den niederländischen Medien. Zahlreiche Tageszeitungen sowie Fernseh- und Radiostationen haben darüber berichtet. Auch im Stadtgebiet Schmallenberg war die Trennung der Klinik von dem umstrittenen Arzt das Gesprächsthema.
Nach Informationen der Westfalenpost war das St.-Georg-Krankenhaus bereits frühzeitig über die Vorwürfe gegen den umstrittenen niederländischen Kollegen Dr. R. informiert. So hatte es im Oktober 2011 einen Schriftwechsel nach einer Beschwerde eines Patienten und seiner Angehörigen gegeben. Dadurch waren der Chefarzt der Chirurgie, Dr. Krystian Baranski, und der frühere Geschäftsführer der Klinik auf die Berichte in den Niederlanden und in Norddeutschland hingewiesen worden – dort wo, Dr. R. jeweils mit Todesfällen in Zusammenhang gebracht wird.
Honorararzt für den Hochsauerlandkreis
In seiner Antwort vom Oktober 2011 bestreitet der damalige Geschäftsführer zunächst, dass Dr. R. in Diensten des Krankenhauses stehe. Er sei vielmehr Honorararzt für den Hochsauerlandkreis, um so den Notdienst sicherzustellen. Das Kreisgesundheitsamt dementierte die Aussage acht Tage später schriftlich: Dr. R. sei für das St.-Georg-Krankenhaus tätig, stellte die Behörde fest. Seit Mai 2010 durfte er in Bad Fredeburg unregelmäßig aushelfen: vor allem an Wochenenden und bei Notarzteinsätzen.
„Kritik oder Zweifel an der Fachlichkeit wurde auch aus dem weiteren Kollegenkreis nicht geäußert“, berichtete Dr. Hans-Peter Schlaudt, seit Januar neuer Leiter der Klinik, auf Nachfrage der Westfalenpost. Dass zumindest Dr. Baranski von den Vorwürfen gewusst hat, belegt auch ein Interview, das er am Montag dem niederländischen Sender RTV gegeben hat. Er verteidigt Dr. R. damit, dass es heiße, im Zweifel für den Angeklagten. Gegenüber der WAZ-Mediengruppe lehnte Dr. Baranski eine Stellungnahme ab. Er verwies an die Klinikleitung.
Schockierter Bezirksausschussvorsitzender Ludwig Poggel
Ludwig Poggel, Bezirksausschussvorsitzender in Bad Fredeburg und außerdem im Vorstand des Krankenhausfördervereins, zeigte sich am Dienstag schockiert: „Ich habe diese Informationen erst aus der Zeitung entnommen. Ich habe kein Verständnis dafür, dass solche Leute noch eine Approbation in Deutschland haben.“ Für die Zukunft müsse man aus diesem Fall lernen und demnächst genauer hinsehen, wenn ein Honorararzt eingesetzt werden soll. Die Entscheidung, sich umgehend von dem Arzt zu trennen , kann Ludwig Poggel nur unterstreichen. „Ich hoffe, dass das Vertrauen in die sehr gut arbeitenden Angestellten im Krankenhaus nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.“
12:54
Au Backe, wenn man sich das Interview bei RTV Drenthe anhört, möchte man meinen, dass sich da jemand als Freundschaftsdienst einer Gehirnverkleinerung von Dr.R. unterzogen hat.