Vorwürfe aus Reihen der Windkraftgegner

Oberrarbach wäre der einzige Standort, an dem alle Anlagen auf der Fläche Bracht-Knüppelhagen zu sehen wären – allerdings nur, wenn man den Blick schweifen lässt.
Oberrarbach wäre der einzige Standort, an dem alle Anlagen auf der Fläche Bracht-Knüppelhagen zu sehen wären – allerdings nur, wenn man den Blick schweifen lässt.
Foto: SWO-Vermessung
Was wir bereits wissen
Schmallenberger Bürger zweifeln an Abbildungen der geplanten Anlagen. Der Bürgermeister verteidigt das Vorgehen der Stadt.

Bad Fredeburg..  Die Spannung zwischen Windkraftgegnern und -befürwortern ist deutlich zu spüren gewesen, als Ingenieur Thomas Flaswinkel seine Arbeit erstmals öffentlich vorgestellt hat. Zusammen mit seinen Kollegen des SWO-Vermessungsbüros aus Borken hat er Bilder von möglichen Windenergie-Anlagen in Schmallenberg erstellt.

Der Auftrag dazu kam von der Stadt Schmallenberg. „Wir haben versucht, ein möglichst objektives Bild zu zeichnen“, sagte Bürgermeister Bernhard Halbe. Das Ziel sei gewesen, den Bürgern eine genauere Vorstellung davon zu vermitteln, wie die Anlagen in der Landschaft tatsächlich wirken würden. Zudem betonte Halbe, dass es eine freiwillige Leistung der Stadt sei.

Für die Visualisierung sei man zunächst von der maximalen Anlagenzahl ausgegangen. „Wir haben so viele Windräder mit in die Präsentation eingebaut, wie die Flächen zulassen“, so Halbe. Die genauen Standorte der Anlagen würden später allerdings erst die Investoren festlegen. Zunächst sind die Ingenieure von Anlagen mit einer Nabenhöhe von 141 Metern und einem Rotor-Durchmesser von 117 Metern ausgegangen – so ergibt sich eine Gesamthöhe von rund 200 Metern.

Vorgaben des Landes NRW

Kaum hatte Ingenieur Flaswinkel seine Erläuterungen zu den Aufnahmen von insgesamt 15 Standorten beendet, hagelte es allerdings Vorwürfe an die Stadt. „Warum findet diese Veranstaltung überhaupt in Bad Fredeburg statt, wenn die Anwohner hier gar nicht betroffen sind?“, lautete eine der Fragen. „Das ist keine bürgernahe Politik.“ Halbe entgegnete, dass die Windkraftpläne sehr wohl alle Bürger beträfen und man deshalb einen Ort in der Mitte des Stadtgebiets gewählt habe.

Der zweite Kritikpunkt zielte auf die Objektivität der Darstellungen ab. Einige Zuhörer bezweifelten, dass die Abbildungen tatsächlich realitätsgetreu erstellt worden sind. Sie bemängelten die gewählten Standorte für die Fotografien und die farbliche Darstellung. Sogar das Wort der „Vertuschung“ fiel.

Diese Vorwürfe wies Halbe entschieden zurück. Und auch Ingenieur Flaswinkel beteuerte, dass die Stadt zwar Auftraggeber gewesen sei, aber die Arbeiten neutral und realitätsgetreu durchgeführt worden seien.

Mehrfach betonte Halbe, dass es darum gehe, die Vorgaben des Landes umzusetzen: „Wir müssen hier umsetzen, was gesetzlich vorgeschrieben ist – und wenn wir nicht planen, wird eben einfach gebaut.“ Die Stadt habe lediglich die Wahl, sich an den Planungen zu beteiligen oder andere entscheiden zu lassen.