Volksbank ruft die Beratungsoffensive aus

Volksbank Reiste-Eslohe: von links Helmut Wötzel, Dirk Schulte, Dr. Stefan Eckhardt, Karsten Bürger
Volksbank Reiste-Eslohe: von links Helmut Wötzel, Dirk Schulte, Dr. Stefan Eckhardt, Karsten Bürger
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Trotz der niedrigen Zinsen: Die Volksbank Reiste-Eslohe ist auch im letzten Jahr weiter gewachsen.

Eslohe..  Ein Plus von vier Prozent auf aktuell 178 Millionen Euro verzeichnet die Bilanz, die die Vorstände Helmut Wötzel, Dirk Schulte und Dr. Stefan Eckhardt vorstellten. Inklusive der Leistungen von den Bank-Verbundpartnern stiegen die Einlagen sogar um fünf Prozent auf 295 Millionen Euro. Die Bank ist, gemessen an Ertrag und Eigen­kapital, eine der stärksten im Hochsauerlandkreis.

Landwirte investieren

Leicht angestiegen ist die Zahl von Kunden (rund 12 000) und der Mitglieder, bei der mit 7001 erstmals diese Grenze überschritten wurde. „Wir haben ein gesundes Klientel“, verrät Helmut Wötzel über die Kundschaft. Pfändungen zum Beispiel gibt es kaum. Zwar ist die Kreditnachfrage um ein Prozent gestiegen, sie könnte aber höher sein, wünschen sich die Vorstände. „Sauerländer sparen – und wenn sie investieren, dann in die eigenen vier Wände“, sagt Wötzel. Größte gewerbliche Klientel der heimischen Volksbank sind weiter die Landwirte: „Das sind uns die liebsten Kreditnehmer“ – mit ihrem Spektrum, von Biogas, Photovoltaik, Viehhaltung bis hin zum Waldbesitz, seien sie längst breit aufgestellte Unternehmer geworden, die auch weiter investieren.

Die Volksbank geht in die Beratungsoffensive. Das ist auch eine Reaktion auf Internetbanken und auf zweifelhafte Empfehlungen von Finanzprodukten durch Großbanken in der Vergangenheit: „Die Beratungsqualität steht bei uns im Vordergrund“, betont Dirk Schulte. 2014 wurde eine entsprechende Software in Eslohe und Wenholthausen getestet, die jetzt flächendeckend im Bankgebiet eingesetzt wird. Damit können die Bedürfnisse von Kunden besser erfasst werden: „Das ist wie beim Hausarzt – was gibt es Neues, was muss ich überprüfen?“, vergleicht es Schulte. Denn die Erfahrung lautet: Die Kunden wollen alltägliche Bankgeschäfte rasch erledigt wissen (gerne auch online), verlangen aber bei umfassenderen Fragen, etwa der Hausfinanzierung, eine ausführliche Beratung – „das kann man nicht mal eben am Handy oder online machen“. Er gibt auch ein Qualitätsversprechen ab: „Bei uns kann man immer anrufen, hier landet niemand bei einem Call-Center.“

Das Vermögen streuen

Die Niedrigzinsphase werde sicher bis 2018/19 anhalten, prognostiziert Dr. Stefan Eckhardt, der als Nachfolger den Ende September, nach 46 Jahren bei der Bank, ausscheidenden Helmut Wötzel ersetzt. Verbrauchern empfiehlt Schulte, Liquidität für Unvorhergesehenes vorzuhalten, in die eigene Immobilie zu investieren und sich am Kapitalmarkt zu beteiligen – dadurch würde man eine breite Streuung seines Vermögens erreichen.

Eine weitere Personalie gibt es in der Volksbank: Karsten Bürger, gebürtiger Esloher, ist der neue Marktbereichsleiter in der Hauptstelle Eslohe. Er ist auch federführend für die Projekt der „Genossenschaftlichen Beratung“ verantwortlich.