Volksbank erwartet schwierige Zeiten

Schmallenberg..  Mehr Raum für Beratung schaffen: Mit diesem Ziel hat die Volksbank Bigge-Lenne ihre Umbaumaßnahmen am Standort Schmallenberg begonnen. Die Genossenschaftsbank will damit unterstreichen, dass sie der zunehmenden Konkurrenz durch Direktbanken und Internetangebote mit Kundennähe und Regionalität Paroli bietet. „Wir arbeiten nachhaltig“, lautete der Kernsatz dazu. Das hob Aufsichtsratsvorsitzender Christian Berken bereits bei der Begrüßung der gewählten Vertreter in der Stadthalle hervor.

Das Hauptargument gegen die anonymen Anbieter im Internet: Sie würden nicht die Menschen vor Ort kennen, nicht die Dörfer und Städte mit ihren Stärken und Schwächen. Die Volksbank Bigge-Lenne dagegen biete ein starkes Stück Infrastruktur – von der Bargeld- und kreditwirtschaftlichen Grundversorgung über die Arbeits- und Ausbildungsstellen bis zur Unterstützung des sozialen und kulturellen Angebots.

Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro

Vorstandssprecher Peter Kaufmann erläuterte anschließend die Bilanz des Geschäftsjahres 2014: Das Einlagengeschäft ist um fast zwei Prozent auf jetzt 1,09 Milliarden Euro angestiegen. Das Kundengesamtvolumen hat ebenfalls deutlich zugelegt und beläuft sich auf knapp 3,13 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme liegt mit gut 1,6 Milliarden Euro ebenfalls deutlich im Plus. Die verauslagte Kreditsumme noch einmal um 2,2 Prozent auf jetzt rund 1,1 Milliarden Euro zu.

Der bei der Zusammenarbeit mit den Partnern im genossenschaftlichen Verbund erwirtschaftete Provisionsüberschuss belief sich auf gut elf Millionen Euro – damit ist die Bank auch hier im Plus. Zu den Partnern gehören die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R + V Versicherung und Union Investment.

Mitglieder und Mitarbeiter

Gestiegen ist auch die Zahl der Volksbank-Mitglieder. Genau 47.031 waren es zum 31. Dezember 2014. Sie wurden von 358 Mitarbeitern betreut. Insgesamt hat die Bank über 300.000 Euro in die Weiterbildung investiert. Peter Kaufmann verwies außerdem auf die 30 Ausbildungsstellen und die über 50 Plätze für Praktikanten.

Eine Besonderheit in 2014 war die Verschmelzung der Volksbanken Grevenbrück und Bigge-Lenne. „Wir haben nach den klaren Vertreterbeschlüssen dazu die Fusion ohne zusätzliche Berater intern im Haus organisiert. Das ist einmal mehr eine Bestätigung für das große Engagement und die herausragende Kompetenz unserer Mitarbeiter“, so Kaufmann.

Herausforderungen der Zukunft

Trotz der besonderen Herausforderungen durch Niedrigzins und teure Regulatorik hat die Volksbank Bigge-Lenne das Jahr 2014 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 5,7 Millionen Euro abgeschlossen. 1,1 Million Euro davon gehen in Form einer 6-prozentigen Dividende an die Mitglieder. Der Rest fließt in die Rücklagen. Peter Kaufmann: „Damit verstärken wir weiter unsere gute Vermögenslage.“

Denn die Vorstände erwarten schwierige Zeiten. Unter der Niedrigzinspolitik leide angesichts enger Zinsmargen auch die Bank. Zusammen mit anderen Faktoren werde das in den nächsten Jahren die Ertragslage beeinträchtigen. Dem will die Bank mit einer weiteren Sicherung der Ertragskraft, einer zügigen Digitalisierung und einer konsequenten Kosten- und Prozessoptimierung begegnen.

Die Förderung der Region lag der Volksbank Bigge-Lenne auch 2014 am Herzen. Insgesamt 293.000 Euro wurden für Spenden und Sponsoring bereitgestellt. Es wurden außerdem 4,7 Millionen Euro an Steuern gezahlt.