Vogelschießen auch weiterhin ohne Frauen

Schützenfest St. Georg Meschede Neuer König: Matthias Peus
Schützenfest St. Georg Meschede Neuer König: Matthias Peus
Foto: Oliver Eickhoff
Was wir bereits wissen
Die Bastion wackelte, fiel dann aber letztlich doch (noch) nicht: Frauen und Kinder haben beim Vogelschießen der Mescheder St.-Georgs-Bruderschaft auch weiterhin nichts zu suchen. Das Festgelände bleibt für sie am Freitagvormittag nach wie vor tabu.

Meschede..  94 Schützen (53,1 Prozent) stimmten bei der Versammlung am Wochenende für dieses Verbot. 75 Schützen (42,5 Prozent) hätten die Frauen und Kinder künftig gern dabei gehabt. 8 Schützen (4,5 Prozent der Stimmen) enthielten sich, bzw. hatten ungültige Stimmen abgegeben.

Knappe Entscheidung

Vorausgegangen waren der Abstimmung hitzige Diskussionen über das Für und Wider. Für die meisten „Nein-Sager“ war das Wahren der Tradition als reiner „Männermorgen“ ausschlaggebend. Die Schieß- und Böllerkommission hätte wegen der Kinder nach dem Königsschuss nicht mehr böllern können und auch die zweite satzungsmäßige Generalversammlung des Jahres, die im Rahmen des Vogelschießens stattfindet, würde Schwierigkeiten bereiten, hieß es. Die Befürworter argumentierten mit mehr Zulauf, Gleichberechtigung und gemeinsamer Freude für die ganze Familie – und es würde endlich Zeit, „sich für modernere Strukturen“ zu öffnen.

Es war eine knappe Entscheidung. Der Jubel nach der Stimmenauszählung war sehr verhalten. So manch einer hätte seine Entscheidung im Nachhinein korrigiert, wie man aus späteren Gesprächen nach der Mammutversammlung - sie dauerte insgesamt über viereinhalb Stunden bis kurz nach Mitternacht - heraushören konnte.

Ähnlich dramatisch war es, als es um die vom Vorstand beschlossene Regelung ging, dass sich König und Jungschützenkönig bei den Festzügen von einer Königin begleiten lassen können. Gleiches gilt für den Jubelkönig. „Das war richtig und hat uns viel Zuspruch in Meschede und Umgebung eingebracht. Wir haben also zum Wohle der Bruderschaft gehandelt“, resümierte Schützenhauptmann Andreas Diemel-Kotthoff und der Beifall gab ihm Recht.

Dann aber wurde aus der Versammlung ein Antrag auf eine klare Linie gestellt – Ziel war ein Klares Ja oder ein generelles Nein zur Königin. Prompt folgte ein Gegenantrag, dass im Falle einer positiven Abstimmung - also bei einem Ja zur Königin - nochmals über eine Kann- oder Mussregelung entschieden werden soll.

Der erste Antrag wurde mit 182 Ja-Stimmen für eine Königin entschieden. Die anschließende Folgeabstimmung ergab bei einer Gegenstimme und 10 Enthaltungen, eine deutliche Mehrheit für die „Kann“-Alternative. Es bleibt also jeder Majestät selbst überlassen, sich mit einer Königin zu schmücken.

Finanzlage

Die Finanzlage, deren Zahlen und Fakten Kassierer Axel Blanke vortrug, war durchweg zufriedenstellend. Eine Beitragserhöhung um 2 Euro ab 2015 wurde mit großer Mehrheit akzeptiert und auch die Gelagsbeiträge, die nach einem neuen Konzept erhoben werden, fanden große Zustimmung. Das beliebte „Freibier“ bleibt.

Zudem wurd ein neues Konzept für das diesjährige Schützenfest vorgestellt, ebenfalls ging es um neue Ideen für weitere Aktivitäten und Festivitäten (wir berichten noch).

Keine weitere Kandidatur

Zum Abschluss verkündete der Hauptmann, dass er aus persönlichen Gründen im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren wird. Er schlug die Bildung einer „Nachfolgersuchkommission“ vor, um die gut funktionierende Bruderschaft mit einer guten Infrastruktur reibungslos weiterzuführen. „Ich bin stolz, dann acht Jahre lang euer Schützenhauptmann gewesen zu sein.“