„Viel verändern mussten wir nicht“

Die Weihnachtsbaumkulturen von drei Schmallenberger Landwirten sind zertifiziert. Sie weisen damit nach, dass diese unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Gesichtspunkte nachhaltig erzeugt wurden.
Die Weihnachtsbaumkulturen von drei Schmallenberger Landwirten sind zertifiziert. Sie weisen damit nach, dass diese unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Gesichtspunkte nachhaltig erzeugt wurden.
Foto: PEFC
Schmallenberger Landwirte sind deutschlandweit die ersten mit PEFC-zertifizierten Weihnachtsbäumen.

Oberrarbach..  Hermann Gierse-Metten, Hubertus Hegener-Hachmann und Berthold Müller – gleich drei Landwirte aus Schmallenberg erhalten am heutigen Freitag in Oberrarbach deutschlandweit die erste PEFC-Zertifizierung für nachhaltig bewirtschaftete Weihnachtsbaumkulturen. Sie weisen damit nach, dass ihre Weihnachtsbaumkulturen unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Gesichtspunkte nachhaltig erzeugt wurden. Für Hermann Gierse-Metten eine logische Entwicklung: „Viel verändern mussten wir nicht.“

Sie sind die ersten drei Betriebe, die sich deutschlandweit haben zertifizieren lassen. Wie kam es dazu?

Hermann Gierse-Metten: Ehrlich gesagt, mir war das gar nicht klar. Ich habe jetzt auch erst gehört, dass wir die Ersten sind. Ich hatte von der Zertifizierungsmöglichkeit beim Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe gehört und mit meinen Nachbarn gesprochen, ob das nicht etwas für uns wäre.

Warum haben Sie sich dazu entschieden?

Seit 1991 baue ich – damals noch mit meinem Vater – Nordmann-Tannen an. Das haben wir immer schon eher extensiv betrieben. Viel verändern musste ich daher nicht. Konkret geht es jetzt bei mir um zehn Prozent meiner gesamten Waldfläche – zehn Hektar. Da haben wir nach Kyrill Weihnachtsbäume angepflanzt. Im Großen und Ganzen halte ich dort schon jetzt die Standards ein, die das Zertifizierungsverfahren fordert. Meine landwirtschaftlichen Flächen habe ich an einen Bio-Betrieb verpachtet. Der möglichst geringe Einsatz von Pestiziden ist mir also wichtig. Ich hatte das Gefühl, das Konzept passt.

Die Zertifizierung hat auch Vorteile für die Zukunft?

Ja, dadurch können wir auch nach 2028 noch Weihnachtsbaumanbau in Waldgebieten betreiben. Sonst wäre dann damit Schluss gewesen.

Gibt es denn eine Nachfrage nach zertifizierten Weihnachtsbäumen?

Ich hoffe, dass das noch mehr wird. Bisher fragen nur Einzelne danach. Dafür ist es wichtig, dass noch viele nachziehen und dass die Großhändler auf uns aufmerksam werden.

Passen Kosten und Nutzen?

Ich hoffe, dass sich das dadurch lohnt, dass ich die Fläche auch über 2028 hinaus nutzen kann.

Welche Standards müssen Sie jetzt einhalten?
Neben dem geringeren Pestizid-Einsatz in den ersten Jahren, dürfen wir ab dem fünften Jahr gar keine Spritzmittel mehr verwenden und müssen das Unkraut selber mähen. Außerdem müssen wir die Innensäume mit Laubhölzern bepflanzen, damit die Fläche nicht so kahl aussieht. Und an den Rändern lassen wir fünf Prozent der Fläche ganz frei. Dort wächst dann nur Gras.

Wie oft müssen sie die Zertifizierung nun wiederholen?

Einmal im Jahr kommt jemand von der Zertifizierungsstelle und kontrolliert uns. Aber das ist für uns kein Problem.