Viel Arbeit für die Post-Zusteller

Meschede..  Die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Post haben sich auf das Ende des Streiks in der Branche verständigt. Jetzt wartet viel Arbeit auf die Zusteller, wodurch die Tarifauseinandersetzung noch mehrere Tage nachwirkt. Mehr als vier Wochen hatten Angestellte gestreikt, auch der heimische Raum war betroffen.

Der Ausstand war kurz vor der Einigung der beiden Parteien auch noch einmal besonders greifbar in Meschede angekommen: Etwa zehn Angestellte der Post in Meschede hatten einen Stand in der Ruhrstraße aufgebaut. Die Streikenden verteilten Resolutionen, sammelten Unterschriften und erhielten nach eigenen Angaben viele Solidaritätsbekundungen und viel Zuspruch aus der Mescheder Bevölkerung, sagte Wolfgang Schlenke, Verdi-Bezirksgeschäftsführer. Man wollte nicht nur vor der Post streiken, sondern auch den Weg in die Fußgängerzone suchen. Den Beschäftigten war wichtig zu sagen, dass sie gerne bei der Post arbeiten. „Eigentlich wollen wir keinen Streik gegen das Unternehmen führen.“

An dem Stand war auch Christoph Stein: Er arbeitete selbst 25 Jahre als Zusteller bei der Deutschen Post und weiß daher vermutlich genau, wie sich die Mitarbeiter fühlen. Heute ist er Bezirksfachbereichsvorsitzender für die Verdi Hellwig-Hochsauerland. „Es sind zwar nur gut zehn Leute in Meschede im Streik, aber es hat die Besonderheit, dass viele Mitarbeiter im heimischen Raum beamtet sind und daher natürlich arbeiten mussten.“

Drei Wochen lang keine Post

Im benachbarten Brilon waren die Menschen hingegen nach Angaben der Gewerkschaftsvertreter besonders schwer von dem Streik betroffen. Zum Teil habe mancher drei Wochen keine Post bekommen. „Dort war die Streikmoral höher“, so Christoph Stein. „Als Privatperson merkt man es zwar nicht unbedingt, wenn zwei Tage keine Post kommt“, sagte er, „Geschäftskunden merken das allerdings sehr“. Auch in Sundern habe man die Auseinandersetzung extrem wahrgenommen und in Lippstadt punktuell.