Verständnis für die Situation der Brauereien

Grevenstein..  Zu einem Austausch über die Auswirkungen der aktuellen EU-Politik auf die Brauindustrie haben sich jetzt die Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer (CDU) und Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber in Grevenstein getroffen. „Immer neue Verordnungen sind für die Mittelstandsunternehmen nur schwer zu stemmen, ohne wirklich einen Mehrwert zu bringen“, sagte Huber und forderte kalkulierbare Rahmenbedingungen, um langfristig planen zu können.

Mehrzahl verantwortungsbewusst

Aufkeimendem Aktionismus in der Diskussion um den Konsum alkoholischer Getränke erteilte Dr. Renate Sommer eine klare Absage. Sie lehne großflächige Warnhinweise oder gar Verbote für alkoholische Getränke ab. „Die übergroße Mehrzahl der Verbraucher genießt alkoholische Getränke verantwortungsbewusst. Die EU darf nicht den Menschen den Eindruck vermitteln, dass sie ihnen alles vermiest“, so Sommer wörtlich. Es könne nicht sein, dass ein legales Lebensmittel unverständliche Marktbeschränkungen erfahren solle, sagte der Veltins-Generalbevollmächtigte im Politikergespräch und sprach damit diskutierte Werbeverbote, Abgabeverbote oder Strafsteuern an.

Letztlich laufe alles auf eine Bevormundung des Verbrauchers hinaus. Die Europaabgeordnete und Expertin für Lebensmittelrecht zeigte Verständnis für die Situation der Brauereien. Sponsoringverbote seien kein Thema, immerhin gehöre die Unterstützung der Brauereien in Stadt und Land zu einer veritablen Finanzquelle für ehrenamtliches Tun.

Dr. Renate Sommer und Michael Huber waren sich einig darüber, dass die nationalen Jugendschutzbestimmungen weitreichend seien, aber auf eine strikte Einhaltung gedrängt werden müsse. „Es macht keinen Sinn, immer neue Gesetze zu verabschieden, nur weil die bereits bestehenden nicht korrekt eingehalten werden“, stellte Sommer fest.

Sortierzentrum besichtigt

Angesichts ihrer federführenden Verantwortung in Lebensmittel-rechtsfragen nahm die Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer die Gelegenheit wahr, sich über das europaweit erste Sortierzentrum für Mehrweggebinde zu informieren. „Es ist wichtig zu wissen, was Anlagen heute können“, so die Politikerin, die sich beeindruckt von der Technologie am Traditionsstandort der Brauerei Veltins in Grevenstein zeigte. Technik-Geschäftsführer Walter Bauer erläuterte eingehend den Status der Mehrweglogistik und machte deutlich, dass die Leergutsortierung für die Privatbrauerei seit nunmehr einem Jahrzehnt kein Problem mehr darstelle. Die frühzeitige Investition habe sich ausgezahlt.