Verehrung des heiligen Antonius

Schmallenberg..  Im Jahr 1890 hat der Bauunternehmer Anton Köster ein Heiligenhäuschen zu Ehren des heiligen Antonius errichtet. Es befindet sich am Ausgang von Schmallenberg in Richtung Grafschaft auf dem Grundstück der Familie Weber, die das Heiligenhäuschen auch unterhält, pflegt und betreut.

Schutz im Zweiten Weltkrieg

Im Häuschen befand sich bis 1978 eine große Figurengruppe des heiligen Antonius mit Jesuskind und einem Bettler von Anton Mues aus Lenne. Aus Sicherheitsgründen wurden die Holzfiguren im Jahre 1978 durch ein Schieferrelief von Peter Weber ersetzt.

Der neugotische Baukörper hebt sich in seiner baulichen Gestaltung von den herkömmlichen Heiligenhäuschen ab. Das Häuschen trägt ein Satteldach aus Schiefer, auf dessen Dachspitze ein Kreuz steht. Der Sockel ist rot, der übrige Baukörper weiß, wobei der Eingang und die Rundbögen mit gelben Klinkern abgesetzt sind.

Das Häuschen steht unter Denkmalschutz und ist für die Darstellung der Volksfrömmigkeit im Schmallenberger Raum und aus kunsthandwerklicher Sicht von besonderer Bedeutung. Täglich entzündete Kerzen zeugen von der Verehrung des heiligen Antonius, der in Krankheit und Not helfen soll.

Manche Schmallenberger glauben sogar, dass der heilige Antonius Stadt und Bürger am 3. April 1945 vor einem Luftangriff beschützt hat. Damals tauchte am Nachmittag ein amerikanischer Bomber in der unteren Stadt auf und wollte vermutlich Schmallenberg angreifen.

Er wurde aber von einer deutschen Artilleriestellung am Bildstock des heiligen Antonius an der Grafschafter Straße beschossen, so dass er schnell wieder abzog.

Antoniusdienstage ab Juni

Auch in der St. Alexander Pfarrkirche befindet sich an der Nordseite des Haupteinganges auf der rechten Seite seit 1920 eine große Figur des heiligen Antonius. Er wird dargestellt mit einer Franziskanerkutte, auf dem Arm das Jesuskind mit einer Schüssel mit Brot. Vor ihm kniet ein Bettler, dem er ein Brot reicht.

Hinter der Marienkapelle auf dem Wilzenberg wurde außerdem in den Jahren 1936/37 eine Grotte in den Fels geschlagen und eine Sandsteinfigur des heiligen Antonius von Padua aufgestellt. Grotte und Figur sind Zeichen der besonderen Verehrung dieses Heiligen.

Die Verehrung des heiligen Antonius auf dem Wilzenberg zeigt sich ganz besonders an den jährlich stattfindenden Antoniusdienstagen. Sie beginnen mit dem ersten Dienstag nach seinem Namensfest am 13. Juni und finden an den neun aufeinander folgenden Dienstagen statt.

An der Grotte finden sich vor und nach jeder heiligen Messe viele Pilger ein, die Kerzen anzünden und im stillen Gebet verharren. Angeblich werden diese Antoniusdienstage schon seit 1830 gefeiert.

Namensgeber für Brücke und Straße

Als am Ende der Stadt in Richtung Grafschaft im Jahre 1953/54 die ersten beiden Häusern (Lüttecken und Wiethoff) gebaut wurden, wurde diese Straße „Antoniusstraße“ genannt.

Im Jahre 1985 wurde vom Heiligenhäuschen aus ein Wanderweg zum gegenüberliegenden Wiesenweg im Grafschafter Tal angelegt. Die Mitglieder des Bezirksausschusses Schmallenberg errichteten über den Grafschafter Bach eine rustikale Holzbrücke. Sie erhielt den Namen „Antoniusbrücke“. Durch diese Verbindung wurde die letzte Lücke im Rundwandernetz um die Stadt geschlossen.