Verdacht auf Noroviren – 21 Erkrankte in Sauerländer Freizeitlager

Die Schützenhalle in Grafschaft wurde vom Gesundheitsamt gesperrt.
Die Schützenhalle in Grafschaft wurde vom Gesundheitsamt gesperrt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine Infektionswelle ist in einem Freizeitlager im Sauerland ausgebrochen. Die Schützenhalle in Grafschaft ist vom Gesundheitsamt gesperrt worden.

Grafschaft/Arnsberg.. In der Schützenhalle in Grafschaft ist ein Freizeitlager der Jugendfeuerwehr der Stadt Arnsberg nach mehreren Krankheitsfällen abgebrochen worden. Der Verdacht: Noroviren. 21 Kinder und Betreuer waren in der Nacht zum Samstag erkrankt. 120 Teilnehmern hatte das Lager.

Aufgrund des Krankheitsbildes und des Krankheitsverlaufs hält es das eingeschaltete Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises für wahrscheinlich, dass ein Norovirus die Erkrankung verursachte. Bestätigt ist diese Vermutung allerdings noch nicht. Erst in den nächsten Tagen (Mitte bis Ende dieser Woche) werden die Labor-Ergebnisse erwartet. Untersucht werden im Labor Stuhlproben der Teilnehmer, aber auch Proben des Lageressens. Entsprechende Analysen hat das Gesundheitsamt genommen. Erst dann kann es auch Aufschluss darüber geben, was die Erkrankungen verursachte.

Schrecken in der Nacht

Für die Eltern der 80 mitgefahrenen Kinder und Jugendliche war es ein Schrecken in nächtlicher Stunde, als sie am Samstag gegen 4 Uhr von den plötzlichen Erkrankungen im Lager erfuhren. „Die Feuerwehr hat diesen Notfall professionell gemanagt“, betonte das Gesundheitsamt des HSK anerkennend. Nachdem nachts plötzlich immer mehr Kinder, aber auch einige der insgesamt 40 Betreuer (Ausbilder) an Brechdurchfall erkrankt waren, wurde umgehend das Gesundheitsamt eingeschaltet.

Die Behörde leitete dann die notwendigen Maßnahmen ein. Die Feuerwehr brachte die Kinder mit eigenen Fahrzeugen nachts wieder nach Hause, einzelne Eltern holten aber auch ihre Kinder ab.

Erkrankte und Nicht-Erkrankte erhielten Hygiene-Anweisungen für daheim. Normalerweise klingen die Krankheitssymptome nach 12 bis 48 Stunden wieder deutlich ab, der erkrankte Körper fühlt sich aber ermattet.

Das Jugendlager der Arnsberger Jugendfeuerwehr sollte in Grafschaft ursprünglich vier Tage (vom 14. bis 17. Mai) dauern. Die Lagerleitung hatte nach eigenen Angaben keine andere Wahl, als den Aufenthalt abzubrechen. Der Abbruch erfolgte in hohem Tempo. Schlafsachen und manche Bekleidungsstücke liegen noch in der Halle, die vom Gesundheitsamt und vom Ordnungsamt der Stadt Schmallenberg abgeschlossen wurde.

Desinfektion durch Fachfirma

Wie Martin Günther, 2. Brudermeister der St.-Sebastian-Bruderschaft berichtete, wird in dieser Woche eine Fachfirma erwartet, die eine professionelle Desinfektion der Schützenhalle durchführt. Bis dahin dürfen die Räume nicht benutzt werden.

Einige Sportgruppen aus dem Dorf müssen ihre Termine daher absagen oder in andere Unterkünfte ausweichen. Größere Veranstaltungen müssen nach Angaben von Günther nicht abgesagt werden. Nach der Desinfektion steht die Schützenhalle wieder zur Verfügung.