Veränderungen in Schmallenberger Tourismusbranche

Im Sitz der Kur- und Freizeit GmbH soll es in Zukunft vor allem um eines gehen: Das Marketing für das Schmallenberger Sauerland.
Im Sitz der Kur- und Freizeit GmbH soll es in Zukunft vor allem um eines gehen: Das Marketing für das Schmallenberger Sauerland.
Foto: Katrin Clemens
Die Stadt ordnet ihre Zusammenarbeit mit Verkehrsvereinen sowie Kur- und Freizeit GmbH neu.

Schmallenberg..  Die Stadt will ihre Beziehungen zur Kur- und Freizeit GmbH und zu den Verkehrsvereinen neu ordnen – auch in finanzieller Hinsicht. „Bisher wurde der Kurbeitrag von der Kur- und Freizeit GmbH erhoben“, sagt Kämmerer Burkhard König. „In Zukunft soll er wieder von der Stadt erhoben werden.“

Und auch von anderen Aufgaben soll die Kur- und Freizeit GmbH, kurz KFS, entlastet werden. Denn seit ihrer Gründung hat sie zahlreiche Aufgaben dazu bekommen, die Anfang der 90er-Jahre noch nicht abzusehen waren: Sie kümmert sich unter anderem um das Schmallenberger Kinderland und die Wander-Gasthöfe, betreut die Kurorte, konzeptioniert den Spirituellen Sommer und baut ihre Internet-Präsenz immer weiter aus. Das Marketing soll nun wieder zur Kernaufgabe der KFS werden.

Deshalb will die Stadt in direkteren Kontakt zu den Verkehrsvereinen treten, die sich um die Infrastruktur in den einzelnen Orten kümmern. Und auch in dieser Hinsicht sollen die Finanzen neu geordnet werden. Deshalb hat der Gesamtverkehrsverein eine Art „Inventur“ durchgeführt und aufgeschlüsselt, welche Leistungen die einzelnen Verkehrsvereine erbringen und wie viel Geld dafür aufgewendet wird.

Pflege der Grünanlagen

Eine der Kernaufgaben der Verkehrsvereine besteht in der Grünpflege. Die Kosten dafür steigen – und nicht nur das. „Wir haben ein Problem, das alle kennen: Die Bereitschaft zum Ehrenamt nimmt ab“, sagt Rudolf Grobbel, der Vorsitzende des Gesamtverkehrsvereins. Allerdings hätten sich in den vergangenen Jahren auch die Ansprüche an die Gestaltung der öffentlichen Grünanlagen geändert. „Die Erwartungshaltung ist anders – viele wünschen sich immer mehr naturbelassene Landschaften“, sagt er.

Daher stelle sich die Frage, ob Verkehrsvereine und Stadt eine neue gemeinsame Gestaltungs-Philosophie entwickeln sollten. Auch andere Vereine seien willkommen, sich daran zu beteiligen: „Wir sollten gemeinsame Standards festlegen, denn die Infrastruktur ist ja nicht nur für die Touristen da, sondern auch für die Einwohner.“

Neues Leitbild

Im Schmallenberger Tourismus wird sich allerdings nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich in den kommenden Monaten einiges ändern. Zwischen 2010 und 2015 lag der Fokus auf Wandern, Familien und Gesundheit. Nun soll ein neues touristisches Leitbild für die KFS bis 2020 diskutiert werden.