Veltins denkt über Ausstieg als Sponsor beim Masters in Meschede nach

Anfeuern: ja. Randale: nein. Fans des KFC Uerdingen beim 19. Hallenmasters in Meschede. Foto: Tobias Aufmkolk
Anfeuern: ja. Randale: nein. Fans des KFC Uerdingen beim 19. Hallenmasters in Meschede. Foto: Tobias Aufmkolk
Foto: Tobias Aufmkolk
Diese Randale waren die Tröpfchen, die das Fass zum Überlaufen bringen könnten. Nach den erneuten Krawallen beim 19. Veltins-Hallenmasters denkt die Veltins-Brauerei über ihr Engagement als Sponsor nach und macht den Organisatoren klare Vorgaben.

Meschede.. Bedrohlich blinkendes Blaulicht, Polizisten im Kampfanzug, die verfeindete Gruppierungen so genannter Fußball-Fans von einander trennen müssen. Dieses Szenario wünscht sich kein Veranstalter - und erst recht kein Sponsor. Dass beim Veltins-Hallenmasters des SSV Meschede auch die 19. Auflage am vergangenen Samstag in die Schlagzeilen geriet, weil sich Chaoten aus Uerdingen, Düsseldorf und Kassel prügelten, ruft nun den Titelsponsor, die Veltins-Brauerei, auf den Plan. Sie zieht in Erwägung, das Engagement beim Hallenmasters zu beenden.

Pressesprecher Ulrich Biene erklärte dazu im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir sind in diesem Fall sehr entschlossen. Es muss gewährleistet sein, dass solche Vorfälle im nächsten Jahr nicht mal ansatzweise passieren.“ Und: „Ein weiteres Mal wollen wir so etwas nicht.“ Deshalb werde es zeitnah ein Gespräch mit den Verantwortlichen des SSV Meschede geben. „Insbesondere hier am Standort haben wir eine besondere Verantwortung“, sagte Biene. Der Stammsitz der Brauerei befindet sich im Mescheder Ortsteil Grevenstein.

Bei der Planung der Jubiläumsausgabe im kommenden Jahr stehen die Organisatoren damit vor einer besonderen Aufgabe. Einerseits müssen sie ein attraktives Teilnehmerfeld zusammenstellen, andererseits dürfen keine Mannschaften eingeladen werden, deren Anhang für erneute Krawalle in und außerhalb der Halle oder während der An- und Abreise sorgen könnte. „Wir stehen an der Seite der Sportvereine“, betonte Biene, „aber wir wollen nicht, dass sich Krawall und Randale in unsere Region entladen, nur weil es im Liga-Umfeld keinen Raum mehr gibt.“

Eine fast unlösbare Aufgabe

Ein Blick auf die Regionalliga West oder die 3. Liga zeigt allerdings, wie schier unlösbar diese Aufgabe sein könnte. Alemannia Aachen, Rot-Weiss Essen, 1. FC Köln II, FC Schalke 04 II, Fortuna Düsseldorf II, Borussia Mönchengladbach II oder KFC Uerdingen - all diese Klubs reisen mit teilweise gewaltbereiten Fans, ihre Ligaspiele werden überwiegend als Risikopartien eingestuft.

Aus der 3. Liga fallen Traditionsvereine wie Preußen Münster, Arminia Bielefeld, Dynamo Dresden oder Hansa Rostock ebenfalls durch das Raster. „Die Rahmenbedingungen haben sich im Fußball sehr verändert“, sagte Ulrich Biene, dessen Arbeitgeber nicht nur als Namensgeber der Veltins-Arena des Bundesligisten FC Schalke 04 und als Sponsor beim VfL Wolfsburg intensive Kenntnisse der Szene besitzt.

Im schlimmsten Fall müssen Organisatoren von Hallenturnieren wie dem Veltins-Masters in Zukunft darauf achten, nur noch Klubs einzuladen, deren Anhänger bekanntermaßen Fan-Freundschaften pflegen. So, wie es die Schalker und Nürnberger, die Dortmunder und Essener oder die Münchener und Bochumer tun. Ulrich Biene sieht allerdings auch das nicht als Allheilmittel. „Es ist absolut nicht wägbar, welches Risiko mit welchen Vereinen verbunden ist, wenn aggressive Klub-Sympathisanten auch spontan Busse in Bewegung setzen, um irgendwo zu unterstützen.“

Überrascht und enttäuscht

Den Vorwurf, die Organisatoren hätten das Konfliktpotenzial beim Uerdinger Anhang unterschätzt oder ignoriert, teilte Biene ebenfalls nicht. „Die Veranstalter und Organisatoren sind im Vorfeld höchst sensibel gewesen“, sagte er, „und am Samstag waren alle überrascht und enttäuscht.“ Weil das Blaulicht an der Dünnefeldhalle bedrohlich blinkte, weil sich die Polizei erneut in einem Großeinsatz befand.

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