Veltins-Brauerei legt alte Marke "Grevensteiner Landbier" neu auf

Für das "Grevensteiner" wird das spezielle Wiener Malz verwendet, auch die Technik ist eine andere als beim Pils. Veltins bezeichnet das Ergebnis als süffig mit Karamellaromen.
Für das "Grevensteiner" wird das spezielle Wiener Malz verwendet, auch die Technik ist eine andere als beim Pils. Veltins bezeichnet das Ergebnis als süffig mit Karamellaromen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Brauerei Veltins bringt ein neues Bier auf den Markt. Es ist bernsteinfarben, hat etwas mehr Alkohol und wird unter dem Namen "Grevensteiner" vermarktet.

Grevenstein.. Unter dem Namen "Grevensteiner Landbier" bringt die Veltins-Brauerei ein neues Bier auf den Markt, das eigentlich ein altes Bier ist. Anfang kommenden Jahres soll die Biersorte in den Handel gehen. Die Veltins-Brauerei gibt sich gespannt, wie das Produkt ankommt. „Es ist ein Bier für Liebhaber, die Spezialitäten und die Abwechslung mögen“, sagt Unternehmenssprecher Ulrich Biene.

100 Jahre alte Rezeptur die Grundlage

Der fast schon malerische Teil dieser Geschichte geht so: Grevenstein, die Heimat der Privatbrauerei, steht vor dem 700-jährigen Bestehen im nächsten Jahr. Im Ort werden historische Bilder durchgeschaut, es wird in alten Unterlagen geblättert – auch bei Veltins. Im Archiv fällt eine 100 Jahre alte Rezeptur auf. Sie beschreibt, wie jahrzehntelang in Grevenstein ein dunkles Bier gebraut worden war. Angepasst an die heutigen Techniken bildet es die Grundlage für das neue Landbier.

Seit 1926 gibt es das helle Veltins-Pils

Seit 1926 ist es nicht mehr in Grevenstein gebraut worden. Der Blick in die Chronik zeigt: Zu dem Zeitpunkt war die Brauerei zum heutigen, hellen Pils umgeschwenkt. Carl Veltins, Inhaber in der dritten Generation, hatte das Brauwasser in einem Institut in Berlin analysieren lassen – und siehe da: Es war sehr weich und besser für helles Pils geeignet. Seitdem gibt es das Veltins der heutigen Art. Die Brauerei wuchs und ist nunmehr eine der nationalen Größen im Biermarkt.

Getränke-Trends Mit der Neuauflage des Landbiers reagiert Veltins auf einen Trend, der die deutschen Brauer seit Jahren beschäftigt: Die Verbraucher wollen verschiedene Sorten und Geschmacksrichtungen. Deshalb entstanden Mix-Getränke, es wird mit herben und süffigen Bieren experimentiert, deshalb ist auch die alkoholfreie Fassbrause ein Produkt, von dem sich die Unternehmen neuen Umsatz versprechen.

Für Landbier wird das spezielle Wiener Malz verwendet

Das Landbier sieht Veltins nach eigenen Angaben als Möglichkeit, „handwerkliche Braukompetenz unter Beweis zu stellen.“ Es wird das spezielle Wiener Malz verwendet, auch die Technik ist eine andere als beim Pils. Veltins bezeichnet das Ergebnis als süffig mit Karamellaromen. Der Alkoholgehalt beträgt 5,2 Prozent. Abgefüllt wird das „Grevensteiner“ in den bauchigen 0,5 Liter Steinie-Flaschen, die aus den 50er-Jahren stammen. Der Preis wird höher sein als beim Pils, das begründet Veltins mit dem höheren Aufwand bei der Herstellung. Vertrieben wird das Bier im Handel zunächst nur in Nordrhein-Westfalen.