Veleda-Höhle: Öffnung in Velmede für mehr als 500 Besucher

Über 500 Gäste kamen zur Eröffnung der Veleda-Höhle in Velmede-Bestwig.
Über 500 Gäste kamen zur Eröffnung der Veleda-Höhle in Velmede-Bestwig.
Foto: Mustafa Amet
Was wir bereits wissen
Zuletzt durften nur Forscher hinein. Jetzt ist die Veleda-Höhle in Velmede auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Möglich macht das ein erfolgreiches Projekt der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig.

Velmede.. Mehr als 50 Jahre ist es her, dass zuletzt Besucher die Veleda-Höhle bei Velmede von innen gesehen haben. Seither war die Höhle nur für Forscher und Wissenschaftler zugänglich. Nach mehrjährigen Vorbereitungs- und Sanierungsarbeiten, bei der viele Einheimische und auch die Feuerwehr mithalfen, wurde sie am Wochenende feierlich für Besucher geöffnet.

Germanenlager vor der Höhle

Mehr als 500 Gäste nahmen an den Feierlichkeiten am Samstag und Sonntag teil und ließen es sich natürlich auch nicht nehmen, einen Rundgang durch die Höhle zu machen. Zum Rahmenprogramm gehörte ein Germanenlager vor der Höhle sowie am Knükel das Kinderschminken, Bilderhämmern mit Heftzwecken, Geschichten vorlesen und Höhlenbuttons herstellen. Spanferkel vom Spieß rundete das Fest ab.

Einweihung Der Legende nach versteckte sich die Seherin Veleda in dieser Höhle, als sie vor den Römern auf der Flucht war und gab so der Höhle ihren Namen. In dem Germanenlager, welches vor der Höhle errichtet worden war, ließen sich neugierige Gäste von ihrer „Nachfolgerin“ ihre Zukunft vorhersagen.

Dafür warf sie Knochenstücke auf einen germanischen Runentisch mit acht Feldern. Diese Felder hatten jeweils verschiedene Bedeutungen und je nachdem, wie die Knochen fielen, konnte sie so die Zukunft der Person vorausdeuten. Zuvor ließ sie es sich jedoch nicht nehmen und begrüßte die Gäste persönlich mit den Worten „Ich grüße euch an meiner Kultstätte“ und „Wotan beschütze euch“.

„Velmedes Antwort auf Conchita Wurst“

In der Verkleidung der Veleda steckte Karl Stieren. Er zeigte vollen Körpereinsatz – wurde von einigen Besuchern scherzhaft aber auch als „Velmedes Antwort auf Conchita Wurst“ bezeichnet. Musikalisch wurde das Programm vom MGV Velmede begleitet, der eigens für das Fest eine Höhlen-Hymne einstudiert hatte.

EU fördert das Höhlen-Projekt der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig

Die Eröffnungsrede und Moderation übernahm der zweite Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig, Michael Stratmann. Für seinen Einsatz in und um die Höhle wurde er von der Ortsvorsteherin Adelheid Bamfaste mit dem Veleda-Orden 1. Ordnung am Bande geehrt und erhielt den Titel „Höhlenvater“. Bamfaste unterstrich in ihrer Ansprache die Bedeutung der Höhle für den Ort und bezeichnete diese als „eine steinerne Welt unter der Erdoberfläche“, die Faszination ausübe.

Veleda-Höhle Bürgermeister Ralf Péus bedankte sich bei der Dorfgemeinschaft und betonte ebenfalls, wie wichtig die Höhle für die Ortsgeschichte ist. Anwesend waren auch der Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff, stellvertretender Landrat Dr. Michael Schult sowie der Regionalmanager der Leader-Region „4 mitten im Sauerland“, Stefan Pletziger, und der Europa-Abgeordnete Dr. Peter Liese. 25 000 Euro wurden von der EU für das Projekt Veleda-Höhle zur Verfügung gestellt. Die restliche Finanzierung wurde von der Gemeinde Bestwig übernommen.

MGV stimmt Höhlen-Hymne an

Die Veleda-Höhle wird für Besucher ganzjährig geöffnet sein. Führungen werden immer am letzten Wochenende eines Monats stattfinden; samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Dafür haben sich zwölf Personen aus dem Doppelort Velmede- Bestwig als Höhlenführer bereit erklärt und werden den Rundgang leiten. Pro Person beträgt der Eintritt bei Erwachsenen 2 Euro und einen Euro bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren, Kinder bis 8 Jahre sind frei.