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Betriebskindergarten

Unternehmer will kleine Forscher früh fördern

06.10.2012 | 07:00 Uhr
Unternehmer will kleine Forscher früh fördern
Nur 17 Betriebskindergärten gibt es bislang in Westfalen - der nächst erreichbare ist (unser Bild) bei Hella in LippstadtFoto: Jürgen Kortmann

Meschede.   Im Gewerbegebiet Enste soll ein Betriebskindergarten entstehen. Es wäre der erste im gesamten Hochsauerlandkreis. Die Initiative dazu hat ein heimischer Unternehmer ergriffen, der noch nicht namentlich genannt werden möchte.

Im Gewerbegebiet Enste soll ein Betriebskindergarten entstehen. Es wäre der erste im gesamten Hochsauerlandkreis. Die Initiative dazu hat ein heimischer Unternehmer ergriffen, der noch nicht namentlich genannt werden möchte.

Die Stadt Meschede ist über seine Absicht informiert: Der Unternehmer hat bereits abklären lassen, ob seine Pläne im Rathaus auf Unterstützung treffen würden. Und das tun sie: „Ich bin sehr erfreut darüber“, sagt Bürgermeister Uli Hess. Er ist zuversichtlich, dass die Pläne tatsächlich umgesetzt werden. Seine Prognose: „Da ist so viel positive Energie darin, dass es kommen wird.“ Bekannt ist bisher, dass der Unternehmer das Gebäude selbst bauen will. Als private Einrichtung würde diese, anders als der Regelkindergarten, keine öffentliche Förderung erhalten und unterliegt auch nicht allgemeinen Gebührensätzen.

„Das trifft den Nerv der Zeit“

Gerade angesichts der Gewerbegebiets-Erweiterung im Enster Norden begrüßt Hess die Pläne ausdrücklich: „Ein Betriebskindergarten ist ein weiterer Grund für Unternehmen und für Mitarbeiter, sich für Enste zu entscheiden.“ Der Betriebskindergarten soll nämlich nicht nur für Beschäftigte aus dem Betrieb dieses Unternehmers offen sein, sondern auch für die aus den Firmen im Umfeld: Diese könnten dann für ihren Betrieb ein Belegungsrecht einkaufen.

Hess betont deshalb: „Ich sehe ein weiteres attraktives Angebot auf uns zukommen.“ Er hofft, dass sich jetzt „Eltern und andere Unternehmen outen, die sagen, ja, genau darauf haben wir gewartet“. Offenbar gibt es auch erste Überlegungen zum pädagogischen Konzept: So soll der Betriebskindergarten als technischer Kindergarten angelegt sein, also Jungen und Mädchen schon früh spielerisch mit Technik und Naturwissenschaften in Berührung bringen. Das Konzept muss der Unternehmer mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe abstimmen. Bislang gibt es laut LWL nur 17 Betriebskindergärten westfalenweit, keinen im Hochsauerland.

Auch in der Mescheder Wirtschaft findet die Idee Unterstützung. „Das ist grundsätzlich gut, weil es den Nerv der Zeit trifft“, meint Wirtschaftsförderer Andreas Marx: Schließlich gebe es immer mehr Familien, in denen beide Elternteile arbeiteten. Ein Betriebskindergarten nahe am Unternehmen schaffe mehr Flexibilität. „Das ist sehr zu begrüßen“, kommentiert Volker Arens von der Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft. Ein Betriebskindergarten sei eine gute Ergänzung zu den bestehenden Kindergärten. Arens hebt insbesondere die Möglichkeit hervor, in einem Betriebskindergarten die Betreuungszeiten wesentlich auszuweiten: „Eine Betreuung bis 18, 19 Uhr – das würde vielen helfen.“

Von Jürgen Kortmann



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