Unternehmen sollen stärker auf junge Menschen zugehen

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Was wir bereits wissen
Die demografische Entwicklung rückt näher“, sagt Oliver Schmale, Leiter der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.

Meschede/Hochsauerlandkreis..  „Junge Leute können inzwischen reichlich unter Ausbildungsstellen aussuchen, während Unternehmen mittlerweile auf zahlreichen unbesetzten Stellen sitzen bleiben. „Für die Bewerberseite war das ein günstiges Jahr“, so Schmale mit Blick auf den Lehrstellenmarkt 2014. Nur eine Hand voll junger Leute konnte nicht mit einer für sie passenden Stelle versorgt werden.

„Nicht jeder bekommt am Ende seinen Wunschberuf“, sagt der Chef der Arbeitsagenturen: „Aber wir konnten jedem Bewerber mehrere Vorschläge für Ausbildungsstellen machen.“ Schmale ermuntert Betriebe ausdrücklich dazu, angesichts unbesetzter Stellen auch ältere arbeitslose Jugendliche für Lehrstellen in Betracht zu ziehen. Denn das Jahr 2014 beendete die Arbeitsagentur auch mit kreisweit durchschnittlich 756 jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren: Das ist (plus drei Arbeitslose), ein nahezu unverändert hohes Niveau gegenüber 2013.

Kein Grund, um abzuwandern

Schmale schätzt die Bemühungen zur Eigenvermarktung in der Region, etwa durch die Initiative, die auf die vielen Weltmarktführer hinweist: „Wir sind keine ländliche Region, die zum Abwandern auffordert.“ Dennoch aber gelte: Unternehmen sollten weiter auf Jugendliche zugehen, bevor die ihre Berufsentscheidung treffen. Da gebe es noch Potenzial: „Unternehmen müssen sich öffnen. Es ist wichtig, dass Jugendliche einen Eindruck von der Arbeit im Betrieb bekommen. Nicht alles kann man über elektronische Medien vermitteln. Man muss auch in den Betrieb ‘reinschnüffeln’ können.“ Schmale weiß zum Beispiel von hoch spezialisierten Betrieben in der Kunststoffindustrie, die Probleme hätten, junge Leute zu finden: „Man weiß einfach nicht, was in diesen Betrieben nebenan passiert.“

Besonders schwierig ist die Situation in diesen Branchen: Zu besetzen waren Ende 2014 noch Ausbildungsstellen für junge Männer und Frauen als Hotelfachmann, Koch, Verkäufer, Restaurantfachleute, Friseur, Kaufleute im Einzelhandel, Fachverkäufer in Fleischereien, Bäcker, Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, Tischler.