Übersetzung lautet „Eroberer Moschee“

Fatih-Moschee..  Im WWW firmiert die Mescheder Moschee als „Fatih Camii Meschede“ (ohne Übersetzung), und es gibt weder ein Impressum oder sonst irgendwelche Hinweise auf einen Trägerverein. Die Seiten sind fast vollständig auf Türkisch, soviel zur Offenheit.


Der besagte Verein findet sich aber im WWW als Mitglied auf den Seiten der DITIB, die den Dachverband der sunnitischen türkischen Gemeinden in Deutschland bildet. Die DITIB ist eng verbunden mit dem Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) der türkischen Regierung, das die Imame der Moscheen in der Türkei bezahlt und anleitet genauso wie die in die DITIB-Moscheen in Deutschland entsendeten, was auch in Meschede der Fall ist. Die Übersetzung des Namens der Moscheen in der Türkei und insbesondere des Vorbildes in Istanbul/Konstantinopel mit „Eroberer Moschee“ ist unzweifelhaft genauso wie der Bezug auf Mehmet II., da sich beides auch in offiziellen Dokumenten findet.


Auch in der WP vom 26. Februar hat Dr. Arslan die Übersetzung von Fatih mit Eroberer ja schon bestätigt. Warum dann diese Übersetzung ausgerechnet bei der ebenfalls unter der Kuratel der türkischen Religionsbehörde stehenden Moschee hier falsch sein soll, erschließt sich mir nicht. Der Gebrauch im Koran ist eine ganz andere Sache, und das ist auch ein extrem schwieriges Thema. Ich stimme Dr. Arslan unbedingt zu, dass man insbesondere die deutsche Wikipedia sehr kritisch sehen sollte, aber sie ist eindeutig nicht islamfeindlich, und es gibt wie gesagt jede Menge anderer Quellen, die die Übersetzung und den Bezug zur Eroberung Konstantinopels in diesem Zusammenhang genauso belegen. Unabhängig von der angeblich intendierten anderen Bedeutung kommt aber jeder, der im WWW danach sucht, auf die Übersetzung „Eroberer Moschee“ und könnte sich daher durch die Namensgebung angegriffen fühlen, insbesondere wenn er Christ ist.


Ich möchte hier dazu motivieren, sich selbst mit dem Islam intensiv auseinanderzusetzen. Deutschland hat die Aufklärung angestoßen (Immanuel Kant), und deren Maxime war es, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen (sapere aude) und nicht unmündig einfach die Aussagen zu akzeptieren, die einem vorgesetzt werden. Das war vorher auch schon Luthers Motivation, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen. Als Einstieg möchte ich das Buch „Die 101 wichtigsten Fragen - Islam“ von Ursula Spuler-Stegemann empfehlen. Der wichtigste deutsche Islamwissenschaftler des Mainstreams dürfte Tilmann Nagel sein, der mehrere interessante Bücher und viele Artikel geschrieben hat.


Eine historisch-kritische Auseinandersetzung mit religiösen Schriften hat in Deutschland eine lange Tradition. Viele dieser Wissenschaftler müssen unter Pseudonym veröffentlichen, um wegen ihrer Arbeiten nicht ermordet zu werden. Eine allgemeinverständliche aber ziemlich polemische und provokante Zusammenfassung findet sich in dem Buch „Good bye Mohammed“.
Andreas Frick, per E-Mail