Über gute und schlechte Verstecke

Egal, wo Eier versteckt sind oder hängen: Die Polizei ist bei der Suche klar im Vorteil.
Egal, wo Eier versteckt sind oder hängen: Die Polizei ist bei der Suche klar im Vorteil.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Täter verstecken regelmäßig Dinge und die Polizei ist ihnen auf der Spur. Sie sind Experten im Suchen und Finden. Sie sind daher auch kein schlechter Ansprechpartner, wenn es ums Verstecken von Ostereiern geht.

Meschede..  Ein Gespräch mit Ludger Rath, dem Pressesprecher der Polizei im Hochsauerlandkreis, über Osternester - und über gute und schlechte Verstecke.

Wenn Sie als Fachmann zu Ostern ein Nest professionell verstecken würden, dann würde es Ihre Familie doch bestimmt nicht wiederfinden, oder?

Ludger Rath: Ja, das könnte ich, aber das will ich doch nicht. Das Ziel ist ja, dass die Dinge zu Ostern gefunden werden und die Kinder glänzende Augen haben. Meine Tochter ist inzwischen aber auch zu alt dafür, dass wir Sachen zu Ostern verstecken. Neulich haben wir übrigens bei einer Renovierung zufällig einen Zehn-D-Mark-Schein entdeckt, da haben wir alle gestaunt.

Was ist denn ein gutes Versteck, das man nicht findet?

Gute Verstecke sind nicht allgemein bekannt. Aber es gibt es sie. Gute und sehr gute. Aus polizeitaktischen Gründen gebe ich aber keine Auskunft darüber.

Und was ist ein ganz schlechtes Versteck?

Der Klassiker ist Schmuck oder Bargeld unter Kleidung verborgen ganz unten im Schrank des Schlafzimmers. Da schaut ein Einbrecher immer. Wirklich wertvolle Dinge gehören außerdem in einen Tresor oder zur Bank.

Was für Dinge werden von Tätern besonders häufig versteckt?

Diebesgut. Und am häufigsten: Drogen. Typisch ist beispielsweise der Joint im Aschenbecher des Autos.

Worauf kommt es als Polizist denn bei der Suche nach Gegenständen an?

Ich glaube, es gibt keinen guten Polizisten ohne einen gesunden Anteil an Neugierde. Man muss ein Auge für Dinge haben, sich für Sachen interessieren und kleinste Auffälligkeiten registrieren. Akribische genaue Polizeiarbeit führt später auf die Spur. Kommissar Zufall spielt weniger eine Rolle. Den gibt es auch: Jetzt kam Kollegen ein Fahrradfahrer entgegen und der verlor vor ihren Augen ein Paket – voll mit Haschisch...

Hilft polizeiliches Wissen auch im Alltag?

Einerseits hilft es bei vielen Dingen im privaten Leben. Anderseits versucht man es daheim abzulegen. Muss man ja auch mal abschalten können, wenn es den ganzen Tag um Gewalt, Diebstähle oder Sexualdelikte ging.

Inwiefern spielt Technik heute eine zunehmende Rolle auf Seiten von Polizei und Tätern?

Sie wird immer wichtiger. Zunehmend begeben wir uns bei unseren Ermittlungen in die virtuelle Welt, beispielsweise ins Internet. Aber auch über Mobilfunkgeräte wird über Ortung gesucht, zum Beispiel nach Vermissten.

Sind Tiere eigentlich buchstäblich die besseren Schnüffler?

Wenn Drogen gefunden werden sollen oder Menschen vermisst werden, sind sie extrem wichtig. Stellen Sie sich ein ganz normales Zimmer vor: Wie viele Verstecke es da gibt! Geruch lässt sich aber schlecht vermeiden und danach spürt der Hund das Gesuchte auf. Ihn interessiert es überhaupt nicht, ob es einen doppelten Boden oder andere Tricksereien gibt.

Was ist aus Ihrer Erinnerung der kleinste und der größte Gegenstand, den Ihre Kollegen bisher suchen mussten?

Der kleinste ist aus meiner Erinnerung eine Speicherkarte, aber wir hatten bestimmt noch kleinere Dinge. Der größte: Ein gestohlener Radlader, der im Raum Eslohe entwendet worden war. Wir konnten ihn tatsächlich schnell entdecken und anhalten.

Abschließend: Werden bei der Polizei zu Ostern eigentlich auch Eier oder kleine Geschenke versteckt?

Nein, eher umgekehrt: Wir halten Autofahrer immer mal wieder in der Osterzeit in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht an und danken Ihnen mit einem Osterei dafür, dass sie korrekt gefahren sind. Intern gibt es nur Weihnachten ein kleines Präsent für die, die dann Dienst haben.