Über die alte Ruhrmühle in Meschede

Meschede..  Aus der Geschichte der Ruhrmühle: 1811: Schreinermeister Anton Schmidts, gebürtig aus Bödefeld, heiratet die Witwe Joseph Trompetter, Perlmüllerin, und wird als Bürger auf der hiesige Mühle angenommen.

17. März 1855: Dem Ruhrmüller H. Wälter wird die Anlage einer Brücke über den Mühlengraben gestattet unter der Bedingung, dass dieselbe zweckmäßig angelegt, dem öffentlichen Gebrauch übergeben und die durch Erhöhung des Anfuhrweges notwendigen Anschüttungen und Arbeiten von Wälter selbst durchgeführt werden. Im August 1864 wird die erste mit Wasserkraft betriebene Dreschmaschine angelegt, was hierzulande als erste Umstellung dieser Art von Hand auf Maschinenbetrieb in Betracht kommt.

1904: In der Nacht zum 31. August brennt die Drescherei und Holzschneiderei bei der Ruhrbrücke ab, mitsamt den Fruchtvorräten, die zum Dreschen eingefahren waren. Auch ein angebautes kleines Wohnhaus brennt ab. Die auf der Nordseite des Obergrabens liegende Ruhrmühle bleibt vom Feuer verschont. 1909: Die in der früheren Schäfferschen Fabrik unterhalb der Ruhrmühle vor einigen Jahren eingerichtete Sargfabrik Westfalia gerät in Konkurs und der Betrieb wird eingestellt. In den folgenden Jahren stehen die Fabrikgebäude leer, bis gegen 1911 die Firma Wiebelhaus und Co. aus Eslohe dort eine Eisenwarenfabrik einrichtet und dort verbleibt, bis sie ein eigenes Werk an der Kolpingstraße erbaut.
1910:
Am 26. April beschließt die Stadtvertretung von der so genannten Ruhrmühle, früher Geiecke, vordem Wälter, die Wiesengrundstücke an der Ruhr und ein 13 Morgen großes Ackergrundstück auf Schultenkamp für 55 000 Mark käuflich zu erwerben. Es handelt sich um die 38 Morgen große frühere Feldmanns Wiese mit aufstehendem Wohnhaus am Mühlengraben und ca. fünf Morgen große Wiese, die unmittelbar an die Ruhrmühle anschließt.
1911:
Am 9. November Brand im Fabrikgebäude Mertens. Es brennt bis auf die massiven Mauern ab. Maschinen der Firma Wiebelhaus größtenteils vernichtet oder beschädigt. Betrieb nach einiger Zeit wieder aufgenommen.
1916:
Im August wird die frühere Holzindustrie H. Frericks (ein Teil der früheren Ruhrmühle mit Wasserkraft) an die Firma Gebr. Honsel aus Eveking bei Werdohl verkauft, welche dort eine Aluminiumfabrik errichten, die sich in den nächsten Jahren stark erweitert. Archiv Bernd Schulte