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Trotz Fusion weiterhin Präsenz in der Fläche

27.09.2012 | 14:32 Uhr

Meschede. Der Kunde soll eigentlich nur an der neuen Postleitzahl merken, dass sich bei der Agentur für Arbeit etwas ändert: 59490, diese Zahl muss sich merken, wer etwas per Post dorthin schickt. Als künftig flächenmäßig größte Arbeitsagentur in NRW steht der neu entstehenden Fusionsagentur Meschede-Soest auch eine eigene Postleitzahl als Großempfänger zu.

Am morgigen Freitag ist die Mescheder Agentur komplett für den Publikumsverkehr geschlossen. Ihre Daten werden dann nach Soest übertragen. In Soest wird der Hauptsitz sein, Meschede ist dann nur noch eine von neun Geschäftsstellen in den Kreisen HSK und Soest. Am Montag, 1. Oktober, tritt die Fusion der Agenturen Meschede und Soest in Kraft. In Soest betreibt die Arbeitsagentur mit dem Kreis ein Jobcenter: Diese enge Verflechtung gab den Ausschlag für Soest als Zentrale.

Die Fusion ist eine Folge aus der bundesweiten Strukturreform der Bundesagentur für Arbeit. Bis Ende 2015 soll, als Reaktion auf seit 2009 rückläufige Arbeitslosenzahlen, eine Milliarde Euro bei den Personalkosten eingespart werden: 17 000 Stellen sollen abgebaut werden, befristete Verträge laufen aus, frei werdende Stellen werden nicht neu besetzt.

330 Mitarbeiter arbeiten für die neue Fusions-Agentur, rund 160 davon in Meschede. Betroffen von der Fusion sind Sachbearbeiter ohne direkten Kundenkontakt. Die unmittelbaren Folgen für sie sind noch offen. Derzeit laufen Mitarbeitergespräche, sagte gestern Walter Niggemeier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Fusions-Agentur: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ „Vorerst“ werde kein Arbeitsplatz wegfallen, räumliche Veränderungen sind aber nicht auszuschließen. Ziel seien so wenig Versetzungen wie nötig. Klarheit soll im November/Dezember herrschen. „Ab April 2013 sind wir neu unterwegs“, meint Niggemeier. Oberstes Gebot bei der Fusion sei: „Wir wollen weiter in der Fläche präsent sein.“ Deshalb gibt es weiterhin sowohl in Meschede als auch in Soest ein Berufsinformationszentrum. Beratungen geschehen grundsätzlich weiter vor Ort.

Die Veränderungen sollen sich im Hintergrund abspielen, unbemerkt vom Kunden: Sachbearbeitungen in zehn Arbeitsbereichen werden zusammengefasst, für die ein neuer „Operativer Service“ über Arbeitsagentur-Grenzen hinweg entsteht. Meschede-Soest, Bielefeld, Detmold, Paderborn und Herford bilden dabei den Verbund Bielefeld, wo auch die Service-Zentrale sein soll: Die Sachbearbeiter in diesem Service erledigen dann zum Beispiel gebündelt Anträge etwa fürs Kurzarbeiter- oder Insolvenzgeld.

Dazu führen die Arbeitsagenturen Mitte Dezember die „eAkte“ ein: Bislang werden alle Daten klassisch auf Papier festgehalten, jetzt kommt die elektronische Akte. Durch sie sollen Anträge auch schneller bearbeitet werden. Die Arbeitsagentur nimmt damit eine Vorreiterrolle innerhalb der Bundesverwaltung ein.

Von Jürgen Kortmann



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