Tierschützer kümmern sich um Maikätzchen

Frei lebende Katzen bringen pro Wurf bis zu sechs Katzenkinder zur Welt – und das meist zweimal pro Jahr. Damit sie sich nicht weiter unkontrolliert vermehren, lassen die Tierschützer aus Holthausen sie kastrieren.
Frei lebende Katzen bringen pro Wurf bis zu sechs Katzenkinder zur Welt – und das meist zweimal pro Jahr. Damit sie sich nicht weiter unkontrolliert vermehren, lassen die Tierschützer aus Holthausen sie kastrieren.
Foto: Deutscher Tierschutzbund
Was wir bereits wissen
Frei lebende Katzen vermehren sich gerade im Frühling rasant – auch in Schmallenberg. Die Kastrationskosten sind jedoch hoch.

Holthausen..  „Jedes Jahr sind es 100 bis 150 Kätzchen, die wir fangen und kastrieren lassen – und man spürt kein Ende.“ Petra Wege ist seit 13 Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins Schmallenberg in Holthausen und das Thema Maikätzchen treibt sie gerade um. Nicht kastrierte Freigänger und frei lebende Katzenpopulationen sorgen auch in Schmallenberg insbesondere im Mai für unerwünschten Nachwuchs.

Meist sind es Bürger, die dem Tierschutzverein verwahrloste Katzen melden. So wie die ältere Dame, die eine Katze regelmäßig gefüttert hatte. Petra Wege: „Nun ist das Tier mit seinen Jungtieren wiedergekommen.“

Zweimal im Jahr bis zu 6 Junge

Erfährt der Tierschutzverein von neuen Katzen, stellen die ehrenamtlichen Helfer Lebendfallen auf und bitten in der Regel darum, die Fallen im Blick zu behalten. „Das könnten wir mit unseren rund 15 Aktiven sonst gar nicht leisten.“

Woher die Tiere kommen? Petra Wege hat einen Verdacht: „Privatleute, die Katzen als Haustiere halten, lassen sie in der Regel kastrieren. Aber auf Bauernhöfen sind die Kätzchen als Streicheltiere für die Gäste beliebt. Werden sie größer, driften sie ab und verwildern.“

Und vermehren sich rasant: Katzen werfen in der Regel zweimal im Jahr bis zu sechs Junge. Der Tierschutzverein selbst gibt dagegen kaum eine Katze unkastriert ab. „Sind die Kätzchen noch zu klein, wenn sie bei uns abgeholt werden, verlangen wir im Nachhinein Unterschrift und Stempel vom Tierarzt, dass die Kastration stattgefunden hat.“

Finanzielle Grenzen

Trotzdem bleibt die Zahl der gemeldeten Tiere weiter hoch. Es gebe Orte, an denen die Helfer regelmäßig Fallen aufstellen müssten. „Wir könnten noch deutlich mehr Tiere kastrieren lassen, aber unsere räumlichen und finanziellen Kapazitäten sind beschränkt.“ Es fehlen Helfer und Spenden. Etwa 120 Euro kostet es, ein weibliches Tier kastrieren zu lassen, mit etwa 70 Euro schlägt die Kastration eines Katers zu Buche. „Alle Tiere, die wir aufgreifen, werden außerdem tätowiert und entwurmt, wir behandeln Wunden und Infektionen.“

Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit Jahren ein Kastrations- und Kennzeichnungsgebot für Freigängerkatzen sowie finanzielle Unterstützung bei der Kastration frei lebender Tiere. Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben bereits eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in der Kommunalverordnung verankert. „In Schmallenberg gibt es das noch nicht“, bedauert Petra Wege.