Telekom zieht Personal aus Meschede ab

Blick auf die Telekom in Meschede: Früher war hier sogar eine Niederlassung untergebracht, inzwischen wurden zahlreiche Stellen verlagert. Jetzt soll der Innendienst des Technischen Services aus Meschede abgezogen werden - 50 Mitarbeiter sind betroffen.
Blick auf die Telekom in Meschede: Früher war hier sogar eine Niederlassung untergebracht, inzwischen wurden zahlreiche Stellen verlagert. Jetzt soll der Innendienst des Technischen Services aus Meschede abgezogen werden - 50 Mitarbeiter sind betroffen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Deutsche Telekom zieht Stellen vom Standort in Meschede ab. Etwa 50 Mitarbeiter sind betroffen, auch der Leitstellen-Service.

Meschede..  Mit einer Protestaktion hatten sich die Betroffenen in der vergangenen Woche noch gegen Pläne zur Verlagerung ihrer Arbeitsplätze in die Ballungszentren gewehrt. Jetzt sind die Beschlüsse in dem Konzern aber so gefasst worden, wie die Gewerkschaft Verdi gestern auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Etwa 50 Mitarbeiter in Meschede sind betroffen.

30 Standorte hat die Telekom demnach benannt, an denen der Innendienst des Technisches Services künftig untergebracht sein soll. Meschede steht nicht auf der Liste. Der nächste Ort in der Nähe: Dortmund. Dorthin droht auch der Leitstellen-Service verlagert zu werden, eine bundesweit einzigartige Einrichtung der Telekom: Hier in Meschede laufen rund um die Uhr die Fäden für alle 110- und 112-Anrufe aus ganz Deutschland zusammen. Die Abteilung besteht aus 40 Spezialisten, die auch bei Erpressungen und Entführungen mit Ermittlern von Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.

Auf Sonderreglung gehofft

„Ich möchte den Kolleginnen und Kollegen da keine großen Hoffnungen machen“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Wolff gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Insbesondere der Leitstellen-Service hatte auf eine Sonderregelung gehofft: Die Abteilung ist eher zufällig beim Technischen Service angedockt. Bei einer Verlagerung würde die gesamte Technik in Meschede ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut oder neu eingerichtet. Die speziellen Räume in der Kreisstadt hinter schusssicheren und abgeschirmten Wänden wären nutzlos. Darüber hinaus sind 10 weitere Mitarbeiter anderer Abteilungen des Technischen Services aus Meschede betroffen.

Wolff beklagte einen „unsinnigen Umgang mit Personal“: Man könne mit den Mitarbeitern klüger umgehen als „Motivation und Kreativität künftig auf der Autobahn zu verschleißen.“ Aus seiner Sicht sind die Sauerländer besonders betroffen: Meschede ist für viele zwar Arbeits-, aber nicht unbedingt Wohnort. Die Betroffenen stehen nach seiner Darstellung beispielsweise vor Fahrten aus Winterberg oder Schmallenberg bis nach Dortmund. Dorthin, so glaubt die Gewerkschaft, würden die meisten Arbeitsplätze umgesiedelt.

Die Gewerkschaft sieht es als Erfolg an, in den Verhandlungen noch Zugeständnisse herausgehandelt zu haben. So war ursprünglich von 18 Standorten die Rede, inzwischen sind es 30. Darüber hinaus haben beide Seiten u.a. Umzugshilfen und Fahrkostenzuschüsse vereinbart. Bis 2019 soll das Konzept umgesetzt sein, schon vorher wird es zu Verlagerungen kommen, aber in der Übergangszeit können Betroffene versuchen, sich auf alternative Stellen vor Ort zu bewerben oder je nach Dienstjahren in Altersteilzeit zu gehen.

Wolff findet deutliche Worte für den „Zentralisierungswahn“: Er persönliche glaube, dass durch die „kalte Küche“ auch Personal abgebaut werde solle.